Galerie Torstraße 111 : Berlins geheimer Kunst-Garten

Zwischen Vergangenheit und Gegenwart: Die Galerie Torstraße 111 bietet jungen Künstlern einen Ort, ihre Werke auszustellen.

Besucher im Garten des Kunst- und Projekthauses Torstraße 111.
Besucher im Garten des Kunst- und Projekthauses Torstraße 111.Foto: Torstraße 111

Es ist ein bisschen so, als betrete man eine andere Welt, wenn man durch den Torbogen mit der verblassten und abblätternden Farbe in den Innenhof der „Torstraße 111“ tritt. Hier, abseits von der lauten Straße, liegt eine kleine, verwunschene Oase der Kunst. Die Künstler Ingo Fröhlich und Ulrike Seyboth bieten mit ihrem Verein jungen Künstlern, die meisten davon Studenten, eine Möglichkeit, ihre Werke an einem Ort auszustellen, der selbst Teil eines Gesamtkunstwerks ist.

Seit zwanzig Jahren arbeitet Ingo Fröhlich an und mit dem Haus, das von einem Sammler zur Verfügung gestellt wird. Im Vorderhaus finden sich neben der Ausstellung „Aroma Musa“ Künstlerateliers, der Innenhof ist grün bewachsen und mit Lichterketten geschmückt. Die Ausstellung setzt sich fort im verfallenen Hinterhaus, auf dessen Dach Bäume und Pflanzen wachsen. Die Treppen sind steil und schief, die Kunst bunt – von Keramikskulpturen, die jeden Moment zum Leben zu erwachen scheinen, bis zum überdimensionalen Zigarettenetui namens „Schall und Rauch“, bedruckt mit Worten Hermann Hesses.

Faszination für das verwendete Material

Holger Biermanns Fotocollage „Berliner Blau“ fängt den Geist der Gegend um den Berliner Alexanderplatz ein, eine Mischung aus Wildheit, Andersartigkeit und Armut. Christina Hubers Skulpturen spielen mit dem Gedanken an das Innere eines Gegenstandes, das Verborgene. Auf Felix Beckers Gemälde ist die Ölfarbe so pastos aufgetragen, das es beinahe zur Skulptur wird. Die studentischen Künstler haben unterschiedliche Schwerpunkte, doch die gemeinsame Faszination für das verwendete Material ist spürbar.

Wer eines der Kunstwerke erstehen will, muss die Künstler kontaktieren, da die „Torstraße 111“ ein nicht-kommerzieller Verein ist. Wer durch die verfallenen Räume schlendert, für den zeigt sich, dass Kunst eine Brücke sein kann zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Ein Besuch in diesem „geheimen Garten“ Berlins, lohnt sich.

Torstr. 111, bis 24. Juni, Fr 16–19, Sa 14–19, So 14-19 Uhr

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