Ikone einer DDR-Kultband : Puhdys-Mitgründer Harry Jeske ist tot

Die Puhdys waren eine der bekanntesten Rockbands der DDR. Harry Jeske war Mitgründer, Bassist und Manager der Band. Nun ist er mit 82 Jahren gestorben.

Harry Jeske, 1997 in seinem damaligen Haus an der Wismarbucht.
Harry Jeske, 1997 in seinem damaligen Haus an der Wismarbucht.Foto: Jens Büttner/dpa

Harry Jeske, Mitbegründer und langjähriger Manager der Puhdys, ist tot. Er sei am Donnerstag in Wismar gestorben, sagte Puhdys-Keyboarder Peter Meyer am Freitag der Deutschen Presse-Agentur und bestätigte damit Berichte mehrerer Medien. Jeske wurde 82 Jahre alt.

Bis zum Fall der Mauer wurden die Puhdys zwölfmal zur beliebtesten Rockgruppe der DDR gewählt - und schon damals regelmäßig auch von Zehntausenden Zuschauern in der Waldbühne im Westen Berlins umjubelt. Sie waren omnipräsent und die erfolgreichste Rockband im sozialistischen Teil Deutschlands.

So sah das damals aus: Die "Puhdys" bei einem Auftritt in der Hamburger "Fabrik" am 10. November 1976.
So sah das damals aus: Die "Puhdys" bei einem Auftritt in der Hamburger "Fabrik" am 10. November 1976.Foto: Heidtmann/dpa

„Harry war damals der beste Manager der DDR“, sagte Puhdys-Sänger Dieter „Maschine“ Birr am Freitag der dpa. „Ihm haben wir sehr viel zu verdanken.“ Jeske schrieb auch einige der größten Puhdys-Hits. So stammte etwa der Song „Lied für Generationen“ aus seiner Feder.

Wegen einer Ohrenkrankheit stieg Jeske bereits 1997 aus einer der erfolgreichsten Bands der DDR aus - kurz vor seinem 60. Geburtstag. Bei 80 bis 100 Live-Konzerten pro Jahr könne er gesundheitlich nicht mehr mithalten, begründete er damals diesen Schritt. 2016 löste sich die Band dann endgültig auf.

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Nach seinem Ende bei den Puhdys zog Harry Jeske sich für viele Jahre auf die Philippinen, seine Wahlheimat, zurück. Der gelernte Fliesenleger und Ofensetzer war mit einer Philippinerin verheiratet. (mit dpa)

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