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Roasting-King. Ricky Gervais teilt an diesem Abend mal wieder aus - zumindest rhetorisch.

© dpa

Update

Verleihung der Golden Globes: Moderator Ricky Gervais schockt mit IS-Witzen

Die Golden Globes sind verliehen. Im Netz sorgt der Auftritt des Moderators für Aufsehen. Und mit einem Preis wurde Filmgeschichte geschrieben.

Die 77. Golden Globes sind vorbei. Ein großes Gesprächsthema im Netz bildet die Moderation vom Comedian Ricky Gervais. Der Brite präsentierte bereits in den Jahren zuvor das Event und hielt auch diesmal nicht mit Witzen unter der Gürtellinie zurück.

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Unter anderem veralberte Gervais die Zurschaustellung einer woke culture unter Schauspielern - und verglich Unterhaltungskonzerne mit Terroristen. Woke bedeutet so etwas wie politisch sensibilisiert.

„Ihr behauptet, ihr seid woke, aber die Unternehmen, für die ihr arbeitet, sind einfach unglaublich. Apple, Amazon, Disney. Wenn Isis einen Streamingdienst starten würde, ihr würdet sofort euren Agenten anrufen", kritisierte er im Eröffnungsmonolog.

Gervais Auftritt sorgte sogar für ein Meme, das im Netz viral geht: und zwar von Tom Hanks, der sichtlich genervt auf die Witze reagiert.

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Ebenfalls und zu Recht kritisierte Gervais, das in diesem Jahr keine Regisseurin im Bereich Film nominiert war - trotz der Diskussionen um Harvey Weinstein und MeToo, welche die letzten Jahre beherrschten.

Erster Film-Globe an asiatisch-amerikanische Schauspielerin

In die Geschichte eingehen wird hingegen der Preis an Nora Lum aka Awkafina. Sie erhält als erste asiatisch-amerikanische Schauspielerin einen Golden Globe. Die Komikerin und Musikerin wird für ihre Rolle in der Tragikomödie „The Farewell“ ausgezeichnet.

Ihre Dankesrede widmete Awkafina übrigens ihrem Vater, und zwar mit einiger Ironie: „Ich hab dir doch gesagt, ich würde einen Job finden“, erklärte sie mit ihrem Globe in der Hand.

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Das Kriegsdrama „1917“ von Regisseur Sam Mendes hat den Golden Globe als bestes Filmdrama gewonnen. Zudem wurde Mendes als bester Regisseur ausgezeichnet.

Die Golden Globes, nach den Oscars Hollywoods wichtigste Filmpreise, wurden in Beverly Hills zum 77. Mal vergeben. Bei dem Regie-Preis hatte sich Sam Mendes unter anderem gegen seine Kollegen Martin Scorsese und Quentin Tarantino durchgesetzt.

Finden Sie hier die wichtigsten Auszeichnungen im Überblick:

  • Bestes Drama - Sam Mendes („1917“)
  • Beste Regie - Sam Mendes („1917“)
  • Beste Komödie - Quentin Tarantino („Once Upon a Time in Hollywood“)
  • Beste Schauspielerin (Drama) - Renée Zellweger („Judy“)
  • Bester Schauspieler (Drama) - Joaquin Phoenix („Joker“)
  • Beste Schauspielerin (Komödie) - Awkafina („The Farewell“)
  • Bester Nebendarsteller (Komödie) - Brad Pitt („Once Upon a Time in Hollywood“)
  • Bestes Drehbuch - Quentin Tarantino („Once Upon a Time in Hollywood“)

Als beste Schauspielerin wurde Renée Zellweger (50) geehrt. Sie holte die Trophäe für ihre Verkörperung der Sängerin Judy Garland in „Judy“. Es ist die vierte Globe-Trophäe in ihrer langen Karriere. Zellweger setzte sich unter anderem gegen Scarlett Johansson („Marriage Story“) und Saoirse Ronan („Little Women“) durch.

Der amerikanische Schauspieler Joaquin Phoenix (45) wurde für seine Performance im düsteren und hochumstrittenen Thriller „Joker“ zum besten Hauptdarsteller in einem Drama gekürt. Tagesspiegel-Kritiker Andreas Busche wertete den Film damals als „reaktionären Backlash gegen MeToo“.

Phoenix setzte sich gegen die Adam Driver („Marriage Story“) und Christian Bale („Le Mans 66 - Gegen jede Chance“) durch. Den ersten Globe gewann der Schauspieler 2006 für seine Rolle als Country-Sänger Johnny Cash in dem Musikfilm „Walk the Line“.

Die Komödie „Once Upon a Time in Hollywood“ von Regisseur Quentin Tarantino erhielt den Golden Globe als beste Filmkomödie. Für das Werk gab es zuvor bereits andere Auszeichnungen. Auch für „Rocketman“ über das Leben des Sängers Elton John gab es mehrere Auszeichnungen.

Der Brite Taron Egerton gewann den Golden Globe als bester Hauptdarsteller in einer Komödie/Musical - und Elton John selbst wurde für den besten Filmsong geehrt.

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Streamingdienst Netflix erlebte eine unschöne Überraschung. Mit 34 Nominierungen ging der Streaminggigant ins Rennen, allein Martin Scorseses Mafia-Epos „The Irishman“ war fünfmal nominiert.

Am Ende gewann Netflix zwei Globes: Schauspielerin Laura Dern bekam den Globe für die beste Nebendarstellerin in Netflix' „Marriage Story“ und Olivia Colman gewann den Award für beste Hauptdarstellerin im Bereich TV-Serie für „The Crown“.

Es ist bekannt, dass die Filmindustrie gegenüber der neuen Konkurrenz der Streamingdienste reserviert ist. Gerade, was Filmfestivals und teilweise Preise angeht. So wird Netflix beispielsweise bei den Filmfestspielen in Cannes, dem wichtigsten Filmpreis Europas aus Frankreich, immer noch grundsätzlich kritisch beäugt.

Über die Auszeichnungen des Verbands der Auslandspresse (HFPA) in 25 Film- und Fernsehkategorien entscheiden rund 90 internationale Journalisten, die seit langem in Hollywood arbeiten.

Die Golden Globes gelten als Indikator für die Oscar-Wahl. Bei den Oscars stimmen fast 9000 Filmschaffende ab. Die Academy Awards werden am 9. Februar vergeben. (mit dpa)

Giacomo Maihofer

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