Neuer James-Bond-Song : So klingt „No Time To Die“ von Billie Eilish

Die US-Musikerin Billie Eilish singt das Titellied des kommenden James-Bond-Films. „No Time To Die“ ist eine Ballade im klassischen Stil der Agentenfilmreihe. Solide, aber kein Hit.

Die US-amerikanische Musikerin Billie Eilish.
Die US-amerikanische Musikerin Billie Eilish.Foto: Foto: Richard Shotwell/dpa

Gerade hat Billie Eilish bei den Grammys abgeräumt, jetzt richten sich wieder alle Augen und Ohren auf die 18-jährige Sängerin: In der Nacht hat sie ihr Titellied zum neuen James-Bond-Film veröffentlicht. Damit ist sie die jüngste Musikerin, die je einen 007-Song gesungen hat.

„No Time To Die“ ist eine Ballade, die sich in die klassische Bond-Song-Tradition einfügt und mit dem Sound von Monty Normans Titelmelodie spielt und fast nur Dank Eilishs somnambulen Düster-Gesangs zu Beginn als Eilish-Stück zu erkennen ist. Im Text geht es um eine Trennung. „You were my life, but life is far away from fair/ Was I stupid to love you?“ singt Eilish, die den Song zusammen mit ihrem älteren Bruder Finneas O'Connell geschrieben hat.

Streicher und Bond-Gitarre

Das Stück beginnt als getragene Klavierballade und steigert sich über vier Minuten in ein Streichercrescendo hinein. Während des ersten Refrains wird Eilish kurz von eine Twang-Gitarre begleitet, was schon reicht, um das Bond-Gefühl aufkommen zu lassen.

„You were never on my side/ Fool me once, fool me twice/ Are you death or paradise?/ Now you'll never see me cry/ There's just no time to die“, singt Eilish im Refrain und spielt damit auch auf das Thema Verrat an, das im nächsten 007-Filme eine wichtige Rolle spielen wird. Der letzte Thriller der Reihe mit Daniel Craig in der Hauptrolle - es ist das 25. Bond-Filmabenteuer - kommt am 2. April in die Kinos. Hierzulande wird es den Titel "Keine Zeit zu sterben" tragen.

Respekt vor der Tradition

Billie Eilish löst die Aufgabe respektabel, ähnlich wie Adele, deren "Skyfall" der einzige überzeugende Bond-Song in den vergangen zehn Jahren war. Als Billie Eilish in der letzten Minute von "No Time To Die" vom Falsett ins Volle-Kraft-Voraus-Finale abhebt, erinnert das an die Britin, die sich wiederum die ultimative Bond-Sängerin Shirley Bassey zum Vorbild genommen hatte.

Vorab hatte Eilish es als "großen Ehre" bezeichnet, dass sie und ihr Bruder den 007-Song schreiben dürfen. Sie hätten ihr Leben lang, davon geträumt. Schließlich handele es sich bei James Bond um "die coolste Agentenreihe, die es jemals gegeben hat."

Kaum Beats, dafür Orchester

Mit etwas weniger Respekt vor der großen Tradition wäre ihr Song vielleicht etwas spannender geworden. Beats werden anders als bei ihren eigenen Songs nur zaghaft eingesetzt, elektronische Effekte spielen keine Rolle, Piano und Orchester dominieren. Billie Eilish hat den "bad guy" zu Hause gelassen. Fein gewählt hat sie allerdings den Veröffentlichungstermin von "No Time To Die" am Valentinstag. Jetzt haben alle Fans mit Herzschmerz an diesem romantisch aufgeladenen Tag einen Trostsong.

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