• Rowling, Chomsky und Atwood: Prominente warnen in offenem Brief vor „intolerantem Klima“ in den USA

Rowling, Chomsky und Atwood : Prominente warnen in offenem Brief vor „intolerantem Klima“ in den USA

Mehr als 150 Unterzeichner eines Aufrufes gegen „Cancel Culture“ prangern Intoleranz in den USA an. Doch Kritiker werfen ihnen nun wiederum Ignoranz vor.

J.K. Rowling hat den öffentlichen Brief unterschrieben.
J.K. Rowling hat den öffentlichen Brief unterschrieben.Foto: Neil Hall/Reuters

Zahlreiche Schriftsteller, Professoren und Aktivisten haben gemeinsam einen offenen Brief veröffentlicht, in der sie sich gegen eine sogenannte „Cancel Culture“ in den USA richten. Das Schreiben wurde am vergangenen Dienstag vom amerikanischen Harper's Magazine veröffentlicht. Unter den über 150 Unterzeichnern sind Prominente wie die „Harry Potter“-Autorin J.K. Rowling, die Schriftstellerin Margaret Atwood und der politische Aktivist Noam Chomsky.

Unter der Überschrift „Ein Brief über Gerechtigkeit und offene Debatten“ wird Präsident Trump darin als „echte Bedrohung für die Demokratie“ bezeichnet. Gleichzeitig warnen die Unterzeichner aber auch davor, dass der derzeit erstarkende Widerstand von Protestbewegungen nicht „zu einer eigenen Art von Dogma oder Zwang verhärten“ sollte und unterstreichen, dass ein „intolerantes Klima“ auf beiden Seiten der Konfliktlinien vorherrsche. So führe die Verbreitung von „Zensur“ zu „einer Intoleranz gegenüber gegensätzlichen Ansichten“ und „einem Trend des öffentlichen Anprangerns und der Ausgrenzung“.

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In sozialen Netzwerken wird der Brief seit seiner Erscheinung heftig kritisiert. Viele Kommentatoren betrachten ihn als eine Reaktion auf die Kritik an Äußerungen von J.K. Rowling, die sich in einer Weise über Transfrauen geäußert hatte, die von vielen als diskriminierend erachtet wird.

Demnach sei das Schreiben bloß eine Reaktion einer privilegierten Elite auf eine Infragestellung ihrer kulturellen Hegemonie. Einige der ursprünglichen Unterzeichnerinnen zogen ihre Unterstützung des Briefes zurück. Darunter auch die Historikerin Kerri K. Greenidge.

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