Theater Hof : Hsin-Chien Fröhlich gewinnt deutschen Chordirigentenpreis

Seit drei Jahren gibt es den deutschen Chordirigentenpreis zur Förderung junger Talente. Diesmal geht er an Chordirektorin Hsin-Chien Fröhlich vom Theater Hof.

Auf gutem Wege. Chordirektorin und Kapellmeisterin Hsin-Chien Fröhlich.
Auf gutem Wege. Chordirektorin und Kapellmeisterin Hsin-Chien Fröhlich.Foto: Kai Bienert

Das Theater Hof kann sich freuen, weil es eine ungewöhnlich talentierte Chordirektorin und Kapellmeisterin hat, die den nun zum dritten Mal vergebenen deutschen Chordirigentenpreis gewinnen konnte. Sie heißt Hsin-Chien Fröhlich, stammt aus Taiwan, hat Chordirigieren in Weimar an der Hochschule „Franz Liszt“ gelernt und weist im Kammermusiksaal ein ingeniöses Verständnis für die Musik verschiedener Epochen auf.

Drei Finalisten haben es in das Konzert im Berliner Kammermusiksaal geschafft, das den Zuhörern ein abendfüllendes Bad im Wohlklang des Rias-Kammerchors beschert: Ines Kaun, seit dieser Spielzeit Chordirektorin am Theater Heidelberg, der schon mehrfach ausgezeichnete Israeli Yuval Weinberg, der bei Jörg-Peter Weigle an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ studierte, und eben Hsin-Chien Fröhlich. Sie erhält sowohl den Preis des sachkundigen Publikums als auch den einer Fachjury, bestehend aus anderen Dirigenten und „FAZ“-Kritiker Jan Brachmann. Ein Kandidat und zwei Kandidatinnen haben also gewonnen, die in ihrer Karriere schon auf gutem Wege sind.

Weichenstellung für die Zukunft der Musik

Der Preis bildet den Höhepunkt und Abschluss der Förderung junger, in Deutschland wohnhafter Chordirigenten – im Rahmen des vom Deutschen Musikrat ausgerichteten Dirigentenforums. Die Betreuung der Stipendiatinnen und Stipendiaten umfasst einen Zeitraum von mehreren Jahren, Meisterkurse und Prüfungen. Neben dem Preisgeld von 5000 Euro werden Kontakte ermöglicht, Projekte mit Partnerchören, zu denen in Berlin der Rundfunkchor und der Rias-Kammerchor gehören. An vieles ist gedacht: So verschenkt der Verlag Bärenreiter Notengutscheine an alle drei Kandidaten.

Das Finalkonzert bereitet reine Freude, weil der Rias-Kammerchor seine A-cappella-Kultur in einer sorgfältig überlegten Programmfolge verströmt. Interpretiert werden jeweils Stücke aus dem „Berliner Chorbuch“ des Niederländers Rob Zuidam, geistliche Gesänge von Max Reger, französische Chansons von Paul Hindemith, Madrigale von Carlo Gesualdo. Für Heinrich Schütz und seine Geistliche Chormusik rückt eine kleine Generalbassgruppe ein. Das Juwel daraus darf Hsin-Chien Fröhlich dirigieren, die Motette „Also hat Gott die Welt geliebt“.

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Nach der Bekanntgabe der doppelten Preisträgerin durch den Management-Direktor des Rias-Kammerchors Bernhard Heß und den Juryvorsitzenden Justin Doyle nimmt Fröhlich noch mit der Zugabe für sich ein, der Bach-Motette „Komm, Jesu, komm“. Was das Dirigentenforum des Deutschen Musikrats, dessen Präsident Martin Maria Krüger die Bedeutung der Chöre in Konzert und Oper hervorhebt, mit dieser Förderung leistet, will Weichenstellung für die Zukunft der Musik sein.

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