Theater in der Coronakrise : Berliner Ensemble testet effiziente Raumdesinfektion

Um die Sicherheit des Publikums zu gewährleisten, erprobt das Theater am Schiffbauerdamm die Desinfektion durch Aerosolvernebelung. Erste Ergebnisse überzeugen.

Wegen der Kontakteinschränkungen werden einzelne Sitze im Berliner Ensemble ausgebaut.
Wegen der Kontakteinschränkungen werden einzelne Sitze im Berliner Ensemble ausgebaut.Foto: Britta Pedersen/dpa

Auf dem Weg zu einer Wiedereröffnung des Berliner Ensembles Anfang September testet das Theater aktuell eine Raumdesinfektion durch Aerosolvernebelung, die im Zuschauerraum, den Foyers und auf der Bühne zum Einsatz kommen soll. Bei dieser Art der Desinfektion wird das natürlich abbaubare Desinfektionsmittel per Kaltvernebelung über ein Verneblungsgerät oder ein vorhandenes Lüftungssystem in der Luft verteilt und diese dadurch desinfiziert. Dabei setzt sich das Mittel gleichmäßig auf allen Oberflächen im Raum ab und erreicht auch schwer zugängliche Bereiche.

Das Produkt verzichtet auf sonst übliche Schwermetalle und soll für Allergiker ungefährlich sein. Ursprünglich für Krankenhäuser entwickelt, war diese Technik bereits 2017 erfolgreich auf den Virusstamm getestet worden. Die Messungen nach dem ersten Probedurchlauf an über 50 Stellen im Großen Haus zeigten, dass 99 Prozent der im Raum befindlichen Bakterien und Viren durch den Nebel entfernt werden konnten.

Die Sicherheit unseres Publikums und aller unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat für uns höchste Priorität. Deshalb bin ich sehr froh, dass wir dieses Pilotprojekt am Berliner Ensemble starten konnten und die Ergebnisse der ersten Desinfektion so erfolgreich waren“, sagte Intendant Oliver Reese. Auf der Bühne und im Zuschauerraum wurden zunächst große Verneblungsgeräte mit Hochdruck-Düsentechnik verwendet. Für einen dauerhaften Einsatz während des normalen Vorstellungsbetriebes werden geräuschlose Ultraschallgeräte eingesetzt. Tsp

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