Zum Tod von Barry McDaniel : Mit Intensität und Hingabe

37 Jahre lang gehörte er zum Ensemble der Deutschen Oper Berlin: Im Alter von 87 Jahren ist der Bariton Barry McDaniel jetzt gestorben

Barry McDaniel 1930 - 2018
Barry McDaniel 1930 - 2018Foto: kranichphoto

Er hatte ein unverkennbares Bronze-Timbre, beeindruckte mit Natürlichkeit und Emphase im Ausdruck sowie feinsten Farbnuancen: der 1930 im US-Bundesstaat Kansas geborene Barry McDaniel. Im Anschluss ans Studium an der New Yorker Juilliard School kam er Anfang der fünfziger Jahre mit einem Fullbright-Stipendium nach Deutschland. Nach Stationen in Stuttgart und Karlsruhe engagierte ihn 1962 die Deutsche Oper Berlin.

37 Jahre hat er dem Haus die Treue gehalten, 1800 Vorstellungen im Spiel- und Kavalierfach gesungen, war bei 54 Premieren dabei. Seine stilistische Bandbreite reichte dabei von Barockopern wie Cavallis „La Calisto“ über die großen Mozartpartien seines Fachs bis hin zu Uraufführungen wie Aribert Reimanns „Melusine“ oder Hans Werner Henzes „Der junge Lord“.

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Doch nicht nur als Opernsänger wusste der lyrische Bariton zu begeistern, sondern auch als Liedinterpret. Schumann, Schubert und Carl Loewe, aber auch Debussy und Ravel lagen Barry McDaniel dabei besonders am Herzen. Ab Mitte der achtziger Jahre musste er aus gesundheitlichen Gründen seine Auftritte reduzieren, war aber bis 1999 noch in der Bismarckstraße zu erleben. Nach langer Krankheit ist er nun 87-jährig in Berlin verstorben. Tsp

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