Feindbild Berichterstatter : ARD-Vorsitzender beklagt Hass auf Journalisten

Der ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm fordert besseren Schutz für Journalisten. Sichere Arbeitsbedingungen müssten gewährleistet sein

Ulrich Wilhelm, ARD-Vorsitzender und Intendant des BR, beklagt Übergriffe auf Reporter am Rande von Demonstrationen in Chemnitz und Köthen.
Ulrich Wilhelm, ARD-Vorsitzender und Intendant des BR, beklagt Übergriffe auf Reporter am Rande von Demonstrationen in Chemnitz...Foto: dpa

Der ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm beklagt ein „erschreckendes Ausmaß an Hass“ gegenüber Journalisten, Fotografen und Kameraleuten. Es sei nicht zu übersehen, dass es ein „Feindbild von Berichterstattern“ gebe, sagte Wilhelm am Mittwoch in Berlin zu Übergriffen auf Journalisten in Chemnitz und Köthen. Es sei von entscheidender Bedeutung, dass Journalisten ihrer Arbeit nachgehen könnten ohne Angst, persönlich zu Schaden zu kommen. Alle, die Verantwortung hätten, sollten überlegen, wie sichere Arbeitsbedingungen gewährleistet werden könnten. Wilhelm erklärte, dass das Thema angesichts einer „zunehmenden Polarisierung“ künftig größerer Aufmerksamkeit bedürfe und kündigte an, auch das Gespräch mit staatlichen Stellen zu suchen.

ARD bleibt beim "ungeteilten Programmauftrag"

Der ARD-Vorsitzende und Intendant des Bayerischen Rundfunks nutzte die Pressekonferenz im Nachgang zur ARD-Hauptversammlung auch zur Betonung der ARD-Position in der Diskussion um den künftigen Programmauftrag und die künftige Struktur des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Die ARD beharrt laut Wilhelm auf einer „ungeteilten Programmbeauftragung“ durch die Ministerpräsidenten der Länder. „Ungeteilt“ meint eine Absage an die Vorstellungen einiger Bundesländer, dass das Fernsehen von ARD und ZDF sich sehr viel stärker auf Bildung, Kultur und Information konzentrieren solle. Anders die Position der ARD: ein umfassendes Ja zu Bildung, Kultur, Information sowie Sport und Unterhaltung. Ulrich Wilhelm, übrigens für 2019 als ARD-Vorsitzender bestätigt, sieht in dieser Vielfalt des Programmangebots die Gewähr dafür, dass sich der Senderverbund auch weiterhin „inmitten der Gesellschaft“ befinden und entsprechend Akzeptanz erfahren könne.
Eine ARD-Mediathek über alle Sender und Programme hinweg gehört dazu. Die Beta-Version werde in diesem Winter in den Regelbetrieb überführt, sagte Projektleiter Benjamin Fischer.

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