Trauer um Stefanie Tücking : Kollegin und Freundin

„Formel Eins“-Moderator Peter Illmann trauert wie viele andere um die verstorbene Stefanie Tücking

Geteilte Musikbegeisterung. Peter Illmann und Stefanie Tücking.
Geteilte Musikbegeisterung. Peter Illmann und Stefanie Tücking.Foto: dpa

Die Trauer um Stefanie Tücking ist groß – und sie reißt nicht ab. Die Radio- und Fernsehmoderatorin war in der Nacht zum Samstag überraschend im Alter von 56 Jahren gestorben. Auch am Montag waren die näheren Todesumstände noch nicht bekannt. Für Moderator Peter Illmann war Stefanie „Steffi“ Tücking Kollegin und Freundin gleichermaßen. „Ich konnte sie jederzeit um Rat fragen, sie war immer für mich da“, sagte Illmann der „Bild“. „Steffi war nie prätentiös, immer bodenständig, und ich werde ihren trockenen Humor so sehr vermissen.“ Sie habe sich in der Musik wie kaum jemand anderes ausgekannt.

„Ihr Platz war nicht unbedingt im Rampenlicht, obwohl sie auch dort glänzte“, sagte Illmann, der genau wie Stefanie Tücking in den 80er Jahren die ARD-Musiksendung „Formel Eins“ moderiert hat. 80 Sendungen in den Jahren 1986 und 1987 machten sie zum Gesicht der Musiksendung. Musiksendung hieß damals: Musikvideosendung. „Formel Eins“ hat deren Siegeszug so lange befördert und begleitet, bis MTV jedwede Konkurrenz nach und verdrängte. Stefanie Tücking wurde mit ihrer rauchig-heiseren, warmen Stimme sofort „auffällig“, 1987 erhielt die damals 24-Jährige die „Goldene Kamera“ für ihre Art der Moderation.

Leidenschaft Radio

Tücking war später auch in anderen Fernsehproduktionen zu sehen – mit Reise-, Freizeit- und Sport-Themen. „Leidenschaftssektor“ der Journalistin und Moderatorin aber war das Radio, rund 30 Jahre lang moderierte sie bei der Popwelle SWR3. Auf den Bühnen der größten Festivals in Deutschland moderierte die ausgewiesene Musikexpertin, ob beim SWR3 New Pop Festival oder beim Rock am Ring, und das schon in jenen Jahren, als Rock noch Männerdomäne war. Tücking mochte lieber die härtere und lautere Gangart, verzärtelter, aufgeblasener Pop war weniger ihre Sache. Direkt besser als drum herum, unkompliziert besser als verkünstelt.

Stefanie Tücking wuchs in Kaiserslautern auf, machte dort Abitur. Diese Zeit beschrieb sie in ihrem Blog so: „Dann in die Welt gerannt und über das Kabelfernsehen zur Musiksendung ,Formel 1‘ gekommen. Das war der Wendepunkt, da war klar: Elektrotechnik und Kaiserslautern haben mich gesehen.“ Männer in ihrem Leben habe sie auf den Bowie-Faktor überprüft, schreibt Tücking dort: „Sehen sie irgendwie anders aus, haben sie diesen leicht lächelnden Seitenblick drauf, bringen sie mich dazu, ihnen zuzuhören, können sie tanzen, haben sie ungewöhnliche Klamotten an – und stehen sie ihnen auch. So’n Zeug halt.“
Das ist es, was die Fans an Stefanie Tücking so geschätzt haben: klare Meinung, klare Ansage, Show nur, wenn Show gefragt war, nahbar. Sie hatte, was viele „öffentliche Menschen“ ihr Leben lang suchen – Authentizität.

Mehr zum Thema

Joachim Huber

Autor

1 Kommentar

Neuester Kommentar