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Nach Wahl einer neuen Führung: Die Linke steht vor ihren schwersten Zeiten

Nichts ist zusammengewachsen, seit Gysi und Lafontaine vor fünf Jahren das Projekt einer gesamtdeutschen Linken starteten. Jetzt stehen der Partei die schwersten Zeiten bevor.

Von Matthias Meisner

Dramatisch genug hat es Gregor Gysi gemacht: Vom „Hang zur Selbstzerstörung“ sprach er, von Tricksereien, Hass und einem in jeder Hinsicht verkorksten Bündnis, von Arroganz gegenüber den Ost-Landesverbänden, nicht nachvollziehbarer Distanz im Osten gegenüber Oskar Lafontaine. Nichts ist zusammengewachsen, seit Gysi und Lafontaine vor fünf Jahren das Projekt einer gesamtdeutschen Linken starteten.

In dieser Situation hätte die Partei vermutlich ihre besten Genossen an der Spitze gebraucht. Verständigt hat sie sich auf ein Duo, das wie eine Kopie der gescheiterten Parteichefs Klaus Ernst und Gesine Lötzsch erscheint. Die Sächsin Katja Kipping sagt, sie könne als junge Mutter nur Vorsitzende in Teilzeit sein, der Stuttgarter Gewerkschaftsfunktionär Bernd Riexinger bewirbt sich mit einer Rede wie auf einer 1.-Mai-Kundgebung.

Der Reformer Dietmar Bartsch, der die Partei kennt wie kaum ein anderer – abgemeiert. Und die Ex-Kommunistin Sahra Wagenknecht, zweites großes Talent der Partei – sie wollte partout nicht. Die alte PDS ist endgültig tot, und die schwersten Zeiten stehen der Linken erst noch bevor.

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