ADAC : Wenn der Gartenzwerg explodiert

Eine ADAC-Imagekampagne erregt die Gemüter zweier AfD-Parlamentarier. Sie sehen die deutsche Identität in Gefahr. Das beflügelt die Phantasie unseres Autors.

Fassade der Deutschland-Zentrale des ADAC in München.
Fassade der Deutschland-Zentrale des ADAC in München.Foto: Peter Kneffel/pa/dpa

Deutsch sein heißt... Moment, wir schlagen den Originaltext Richard Wagners nach, der hat es so formuliert: Deutsch sei, „die Sache, die man treibt, um ihrer selbst und der Freude an ihr willen treiben“. Als der ADAC gegründet wurde, war Wagner schon zwanzig Jahre tot, aber zweifellos hätte er diesen Verein, den späteren Allgemeinen Deutschen Automobil-Club, als Beleg für seine These gewertet.

Nun aber, auweia. Der bekanntlich von allerhand Wirtschaftskrisen durchgeschüttelte ADAC hat eine Image-Kampagne gestartet, in der er seinen Namen ironisch infrage stellt. „Wir sind nicht deutsch“, heißt es dort zum Beispiel, um die internationale Tätigkeit hervorzuheben, und zur Illustration explodiert ein Gartenzwerg. Zur Empörung der Gartenzwerge!

Nein, ernsthaft. Stellen wir uns jetzt mal rein theoretisch vor, wie ein durchgefärbter Deutschnationaler auf diesen Spruch reagieren würde. So eventuell? „Dass ein deutscher Verein mit deutschen Mitgliedern glaubt, Sympathie und Vertrauen zurückzugewinnen, indem er sich seiner deutschen Identität entledigen will, sie als etwas Lästiges abtut, ist unglaublich und schlicht falsch.“ Oder: „Eine Umbenennung in Antideutscher Automobilclub ginge natürlich auch.“

Wie wäre es mit einem ganz anderen Club?

Das wirklich Ernsthafte ist nun, dass das zwei echte Zitate echt erregter AfD-Bundestagsabgeordneter sind, der Herren Bystron und Spaniel. Auch eine Art Austrittswelle wird aus dieser Ecke schon heraufbeschworen, von der sie beim ADAC allerdings noch nichts gemerkt haben. Aber bevor die Merkel’sche Umvolkung nun auch den deutschen Autofahrer am Lenkrad trifft, wird sicher dringend etwas passieren müssen.

Wie wäre es zum Beispiel mit einem ganz anderen Club? Nur Deutsche dürfte er aufnehmen, geboren in den Grenzen von 1938, aber keine syrischen Asylbewerber mit ihren notorischen AMG-Mercedes. Deutsch müssten ihre Fahrzeuge sein, eventuell noch nordisch, und auch Trump-konforme Pick-ups wären zuzulassen, denn irgendwie muss die Demo-Logistik ja laufen. Ach, und Euro 5 maximal als Zeichen gegen die Klimahysterie! Wäre das nicht mal ein Projekt?

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Es gibt ja übrigens den demokratisch untadeligen, 1893 gegründeten Automobilclub von Deutschland, den Af... Entschuldigung, AvD. Wir können dem Vorsitzenden und seinen Leuten nur raten, ganz genau hinzusehen, wer da demnächst so alles eintritt.

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