Afghanistan : Von der Leyen ruft zur Aussöhnung mit Taliban auf

Im Herbst sind in Afghanistan Parlamentswahlen. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen ruft nun zu einer Aussöhnung zwischen Regierung und Taliban auf.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU).
Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU).Foto: Michael Kappeler/REUTERS

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen ist auf ihrer Afghanistan-Reise in Kabul eingetroffen und hat dort an die afghanische Regierung appelliert, die Reformen und die Aussöhnung mit den radikalislamischen Taliban voranzutreiben. "Wo ich mir deutlich mehr Fortschritte noch wünschen würde, ist der politische Prozess, das ist der alles entscheidende Prozess", sagte die Ministerin am Montag in Kabul.

Die Menschen im Land müssten merken, dass die Regierung in Kabul Reformen umsetze. Wichtig seien in diesem Zusammenhang die im Herbst anstehenden Parlamentswahlen. Die Ministerin lobte zugleich den Schritt des afghanischen Präsidenten Aschraf Ghani, den Taliban Friedensgespräche anzubieten, die "bereit sind, der Gewalt abzuschwören und die Verfassung zu achten".

Fortschritte bescheinigte von der Leyen der afghanischen Armee. "Schritt für Schritt kommen wir voran", sagte sie. Sie lobte besonders den Aufbau der Luftwaffe und der Spezialkräfte. Auch die von Ghani vorangetriebene Verjüngung der Armeeführung sei positiv.

Im nordafghanischen Masar-i-Scharif hatte von der Leyen am Sonntag die knapp tausend deutschen Soldaten dort sowie einen Stützpunkt der afghanischen Luftwaffe besucht. Die Sicherheitskräfte müssten verlässlich sein und die Menschen schützen. „Aber entscheidend ist, dass dieses Land vorankommt in seiner Entwicklung, dann fassen die Menschen auch Zutrauen und haben Mut für die Zukunft.“

Erst vor kurzem hat der Bundestag eine Truppenaufstockung in Afghanistan beschlossen. Die maximale Truppenstärke wird von 980 auf 1300 Soldaten erhöht. Der verlustreichste Einsatz in der Geschichte der Bundeswehr läuft bereits seit mehr als 16 Jahren, inzwischen nur noch zur Ausbildung der afghanischen Truppen.
(Reuters, dpa)

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