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Artenschutz : US-Regierung schwächt Gesetz zu bedrohten Arten ab

Gefährdete Tier- und Pflanzenarten nicht mehr unmittelbar denselben Schutz bekommen wie bedrohte. Im September sollen die Änderungen in Kraft treten.

US-Präsident Donald Trump.
US-Präsident Donald Trump.Foto: dpa/ AP/ Pablo Martinez Monsivais

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat umstrittene Änderungen an einem wichtigen Gesetz zum Schutz bedrohter Arten vorgenommen. US-Innenminister David Bernhardt stellte am Montag eine Reihe von geplanten Änderungen an dem US-Gesetz von 1973 vor.

Naturschützer messen diesem Gesetz in seiner bisherigen Form fundamentale Bedeutung bei. Es ermöglichte etwa die Erholung der Bestände von Grauwölfen, Grizzlybären und Weißkopfseeadlern. Gestrichen werden soll nun eine Regelung, wonach die "bedrohten" Arten automatisch den gleichen Schutzstatus erhalten wie die "gefährdeten" Arten. Bei als "gefährdet" eingestuften Arten ist das Risiko des Aussterbens besonders hoch.

Außerdem strich die Regierung Formulierungen aus dem Gesetz, nach denen wirtschaftliche Aspekte bei der Einstufung einer Art als bedrohlich keine Rolle spielen sollten. Nach Ansicht von Kritikern ebnet dies den Weg dafür, dass wirtschaftliche Interessen Einfluss auf den Prozess gewinnen könnten. Die am Montag veröffentlichten Änderungen sollen im September in Kraft treten.

Bernhardt bezeichnete die Änderungen als "Verbesserungen". Sie würden für eine "effiziente" Umsetzung des Gesetzes sorgen, erklärte der frühere Öl- und Gaslobbyist. Handelsminister Wilbur Ross erklärte, die Novellen entsprächen der Vorgabe Trumps, die Regulierungen im Umweltbereich zu lockern und zugleich den Artenschutz zu gewährleisten.

Umweltschützer reagierten entsetzt. Sie befürchten die graduelle Zerstörung des Lebensraums gefährdeter und bedrohter Arten. So warf die Organisation Sierra Club der Regierung vor, wirtschaftliche Interessen über wissenschaftliche Erkenntnisse zu stellen. Die Umweltschutzorganisation Earthjustice bezeichnete die Änderungen als "Geschenk an die Industrie" und kündigte eine Klage an.

Heftige Kritik von Umweltschützern und Demokraten

Heftige Kritik kam auch von den oppositionellen Demokraten. Jahrzehntelang habe das Gesetz "unser am stärksten bedrohtes Tierleben vor dem Aussterben bewahrt", schrieb der Präsidentschaftsbewerber Joe Biden im Kurzbotschaftendienst Twitter. Nun wolle Trump "dies alles über Bord werfen". Der frühe Vizepräsident warnte, angesichts der Bedrohung des Planeten durch den Klimawandel sollten Schutzmaßnahmen für die Natur gestärkt und nicht abgeschwächt werden.

Das Gesetz mit dem Titel „Endangered Species Act“ war 1973 von dem damaligen republikanischen Präsidenten Richard Nixon unterzeichnet worden. Viele republikanische Politiker stören sich seit längerem daran, weil es aus ihrer Sicht zu viele Regulierungen enthält. Umweltschützer feiern es dagegen als Erfolg, weil es das Aussterben etlicher Arten verhindert habe.

So erlebte etwa der Grauwolf in den vergangenen Jahrzehnten in den USA ein beachtliches Comeback. Anfang des 20. Jahrhunderts waren die Bestände dieser Wolfsart noch stark dezimiert. Heute dürfen die Grauwölfe in Teilen der Rocky Mountains wieder gejagt werden, weil es so viele davon gibt.

Vom Weißkopfseeadler wiederum gab es nach offiziellen Zahlen im Jahr 1963 nur noch 417 nistende Paare. Heute sind es etwa 10.000. Der Weißkopfseeadler ist das Wappentier der USA. Trumps Regierung hat bereits eine ganze Serie von Vorschriften zum Umweltschutz zurückgeschraubt. Umweltschützer haben ihrerseits dagegen wiederholt mit Klagen angekämpft. Derzeit listet die Behörde „Fish and Wildlife Service“ mehr als 2000 Tier- und Pflanzenarten in den USA als bedroht oder gefährdet auf. (dpa, AFP)

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