Bolton-Besuch in Moskau : USA und Russland vereinbaren Treffen von Trump und Putin

Das Treffen werde in einem "Drittstaat" stattfinden, meldet der Kreml. Die beiden Präsidenten könnten sich Mitte Juli in Wien oder Helsinki begegnen.

Russland Präsident Putin schüttelt dem Nationalen Sicherheitsberater der USA, John Bolton, beim Treffen in Moskau die Hand.
Russland Präsident Putin schüttelt dem Nationalen Sicherheitsberater der USA, John Bolton, beim Treffen in Moskau die Hand.Foto: AFP Photo/Pool/Alexander Zemlianichenko

Die USA und Russland haben sich nach russischen Angaben auf ein Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem russischen Staatschef Wladimir Putin geeinigt. Das Treffen werde in einem "Drittstaat" stattfinden, sagte Kreml-Berater Juri Uschakow am Mittwoch. Ort und Zeit stünden bereits fest und sollten am Donnerstag bekannt gegeben werden.

Zuvor hatte US-Sicherheitsberater John Bolton in Moskau Gespräche über eine Verbesserung des Verhältnisses geführt. Der Vertraute von US-Präsident Donald Trump wurde am Mittwoch von Kremlchef Wladimir Putin empfangen und sprach mit Außenminister Sergej Lawrow. Es war der erste Besuch eines ranghohen US-Vertreters in Moskau seit Monaten.

Um das russisch-amerikanische Verhältnis sei es leider nicht gut bestellt, sagte Putin nach Kremlangaben zu Bolton. „Ihr Besuch in Moskau erfüllt uns mit Hoffnung, dass wir wenigstens erste Schritte zur Wiederherstellung umfassender Beziehungen zwischen unseren Staaten tun können.“ Bolton entgegnete, dass Washington und Moskau auch schon früher in schwierigen Zeiten Kontakt gehalten hätten. Trump wolle an dieser Tradition festhalten, sagte er.

Treffen könnte in Wien oder Helsinki stattfinden

Boltons Besuch galt als Vorbereitung auf ein Treffen, das während Trumps Europareise Mitte Juli stattfinden könnte. Der US-Präsident nimmt am 11./12. Juli am Nato-Gipfel in Brüssel teil und besucht am 13. Juli Großbritannien. Als Treffpunkte mit Putin sind nach Medienberichten Wien oder Helsinki im Gespräch.

Lawrow habe mit Bolton auch über die Konflikte in Syrien und in der Ukraine gesprochen, teilte das Außenministerium in Moskau mit. „Große Aufmerksamkeit wurde dem Thema der bilateralen Beziehungen gewidmet.“

Trump und Putin hatten sich erstmals zu einem längeren Gespräch beim G20-Gipfel im vergangenen Juli in Hamburg getroffen. Danach gab es eine kurze Begegnung beim Asien-Pazifik-Gipfel (ASEAN) im November 2017 in Vietnam. Trump sagte aber nach seiner Begegnung mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un in Singapur Anfang Juni, er wolle nun auch Putin treffen.

Das Verhältnis der beiden größten Atommächte ist derzeit so schlecht wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Die US-Justiz ermittelt wegen der vermuteten russischen Einmischung in den Wahlkampf 2016, ebenso wegen der Kontakte von Trumps Wahlkampfteam zu Vertretern Moskaus. (dpa, AFP)

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