• Civey-Umfrage für den Tagesspiegel: Klimapolitik bleibt für Mehrheit der Deutschen zentrales Thema

Civey-Umfrage für den Tagesspiegel : Klimapolitik bleibt für Mehrheit der Deutschen zentrales Thema

Zwei Drittel der Bundesbürger glauben, dass die Klimapolitik bestimmendes Thema der politischen Debatte bleibt. Selbst viele AfD-Wähler sind davon überzeugt.

Fridays for Future beschäftigt seit Monaten die Politik. Das schlug sich auch in den Wahlergebnissen nieder.
Fridays for Future beschäftigt seit Monaten die Politik. Das schlug sich auch in den Wahlergebnissen nieder.Foto: Mick Tsikas/AAP/dpa

Die Klimapolitik ist für eine deutliche Mehrheit der Deutschen auch in Zukunft ein zentrales politisches Thema. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage hervor, die das Marktforschungsinstitut Civey exklusiv für den Tagesspiegel durchführte. Für die Umfrage wurden online 10.000 Bundesbürger am 27. und 28. Mai befragt.

Demnach denken 76 Prozent der Teilnehmer, dass die Klimapolitik über einen längeren Zeitraum die politische Debatte bestimmen wird. 18 Prozent glauben das nicht oder eher nicht. 6 Prozent sind unentschieden.

Durchaus überraschend: Fast die Hälfte der potentiellen AfD-Wähler (45 Prozent) ist der Meinung, dass die Klimapolitik über einen längeren Zeitraum die politische Debatte bestimmen wird.

Von den großen Parteien bleiben AfD-Wähler trotz allem die klimakritischsten. Knapp 15 Prozent von ihnen sagen, die Klimapolitik wird auf keinen Fall die politische Debatte länger bestimmen. Knapp 30 Prozent sagen, sie würde sie eher nicht bestimmen. Betrachtet man auch die anderen Parteien, so ist Klimaschutz vor allem bei den Grünen ein Thema. 69 Prozent der Personen, die den Grünen politisch nahe stehen, glauben, dass die Klimapolitik die Debatte noch länger prägen wird. Dicht gefolgt werden sie von SPD-Wählern.

Im Umfrageergebnis spiegeln sich auch die Resultate der Europawahl wider. Bei der Abstimmung schnitten die Grünen in Westdeutschland besser ab als im Osten, der vor allem in Brandenburg und Sachsen von der AfD dominiert wurde. 43,5 Prozent der Teilnehmer aus Westdeutschland vermuten, dass Klimapolitik über einen längeren Zeitraum die politische Debatte bestimmen wird. Im Osten sagen das nur 35 Prozent.

Die Ergebnisse der Umfrage sind auch interessant in Bezug auf die verschiedenen Altersgruppen. Von jung bis alt glauben ähnlich viele Befragte, dass die Klimapolitik weiter die Debatte bestimmen wird. Bei den 18-29-Jährigen sind 78 Prozent dieser Meinung, bei den über 65-Jährigen ebenfalls. Im Ergebnis der Europawahl zeigte sich das eher nicht. Bei den unter 30-Jährigen waren die Grünen in Deutschland mit Abstand die stärkste Kraft. Die über 60-Jährigen wählten mehrheitlich Union oder SPD.

Auch eine weitere Parallele lässt sich zwischen den Zahlen aus der Umfrage und aktuellen politischen Entwicklungen ziehen: Am stärksten ist die Überzeugung, dass die Klimapolitik wichtig bleiben wird, in der Gruppe der Studenten, beziehungsweise bei jenen, die sich noch in der Ausbildung befinden. Diese Gruppe überschneidet sich mit der Gruppe der "Fridays for Future"-Aktivisten. Außerdem sagen 42,8 Prozent der Menschen mit Abitur, dass die Klimapolitik die Debatte auf jeden Fall über längere Zeit bestimmen wird. Bei Menschen mit Hauptschulabschluss oder ohne Schulabschluss sind es nur 34,1 Prozent.

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