CSU-Chef und Innenminister : Seehofer vertagt Frage nach seiner Zukunft

Wie lange bleibt er noch CSU-Chef? Horst Seehofer will sich derzeit nicht äußern, um die neue Regierung in München nicht "mit anderen Dingen" zu belasten.

Hält vorerst an seinem Posten fest: CSU-Chef Horst Seehofer
Hält vorerst an seinem Posten fest: CSU-Chef Horst SeehoferFoto: dpa/Matthias Balk

CSU-Chef Horst Seehofer will sich nicht vor Mitte November zur Führungsdebatte in seiner Partei äußern. "Ich möchte wichtige Dinge wie die Vorstellung und Vereidigung des Kabinetts nicht mit anderen Dingen belasten", sagte Seehofer am Sonntag in München vor Beratungen von Parteivorstand und Landtagsfraktion über den Koalitionsvertrag von CSU und Freien Wählern. In CSU-Kreisen wird damit gerechnet, dass Ministerpräsident Markus Söder sein Kabinett am 12. November im Landtag vorstellt.

Söder gilt in der CSU als möglicher Nachfolger Seehofers an der Parteispitze, falls dieser sein Amt zur Verfügung stellt. Seehofer ist bis Herbst 2019 gewählt. Seit den drastischen Verlusten bei der Landtagswahl Mitte Oktober mehren sich jedoch Rücktrittsforderungen. Als Nachfolger wurden in der CSU wiederholt Söder und der Europapolitiker Manfred Weber genannt. Nach Seehofers Angaben waren zwischen ihm und Söder Personalien zuletzt kein Thema. "Über Personalien haben wir nicht gesprochen", sagte Seehofer am Sonntag. Laut „Süddeutscher Zeitung“ hat Söder aber nach langem Zögern inzwischen zu erkennen gegeben, dass er bereit wäre, den Parteivorsitz zu übernehmen.

Am Nachmittag besiegelten die Parteigremien von CSU und Freien Wählern in getrennten Sitzungen den am Freitag ausgehandelten Koalitionsvertrag. Am Montag sind die formelle Unterzeichnung des Koalitionsvertrags und die konstituierende Landtagssitzung geplant. Die Wiederwahl Söders als Ministerpräsident wird am Dienstag erwartet.

Während die Zahl der inhaltlichen Differenzen der Koalitionspartner als überschaubar galt, war die Aufteilung der Ministerien zwischen den Koalitionspartnern mit Spannung erwartet worden. Die Freien Wähler haben sich das Kultusministerium sowie die Ressorts Umwelt und Wirtschaft gesichert. Über Kandidaten für die Ministerposten soll nach Angaben aus Koalitionskreisen allerdings noch nicht am Sonntag entschieden werden. Nach seiner ersten Wahl zum Ministerpräsidenten im März hatte Söder sein neues Kabinett erst unmittelbar vor dessen Ernennung öffentlich vorgestellt. (Reuters)

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