Datenschutz : EU macht Druck auf Facebook im Fall Cambridge Analytica

Die britische Firma Cambridge Analytica hat möglichweise Daten von Facebook-Nutzern für den Wahlkampf von Donald Trump genutzt. Das Unternehmen bestreitet einen Missbrauch.

In Sachen Datenschutz gibt es immer wieder Kritik am Sozialen Netzwerk Facebook.
In Sachen Datenschutz gibt es immer wieder Kritik am Sozialen Netzwerk Facebook.Foto: AFP / Justin Tallis

Die EU-Kommission hat von Facebook eine Klarstellung zu dem Vorwurf gefordert, dass die Daten von Millionen Nutzern unrechtmäßig für den Wahlkampf von Donald Trump in den USA genutzt worden sein könnten. EU-Justizkommissarin Vera Jourova bezeichnete es am Montag als "erschreckend", dass die persönlichen Daten von 50 Millionen Nutzern so einfach abgegriffen und für politische Zwecke eingesetzt worden sein könnten. Sie erwarte "mehr Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit unseren persönlichen Daten".

Die Zeitungen "New York Times" und "The Observer" hatten zuvor berichtet, die britisch-amerikanische Firma Cambridge Analytica habe 2016 die Profil-Daten von 50 Millionen Facebook-Nutzern ohne deren Einverständnis gesammelt. Ziel sei es gewesen, eine Software für die Kampagne des Präsidentschaftskandidaten Trump zu programmieren, um Wählerentscheidungen vorauszusagen und zu beeinflussen.

Facebook widersprach in einer Erklärung der Behauptung, die Daten seien gestohlen worden. Vielmehr hätten die Nutzer die von Cambridge Analytica verwendeten Daten freiwillig zur Verfügung gestellt. Später teilte Facebook mit, eine IT-Forensik-Firma beauftragt zu haben, um den Umgang mit den Daten zu prüfen. Cambridge Analytica habe Zugang zu seinen System zugesagt.

Cambridge Analytica hat einen Missbrauch von Daten von Millionen Facebook-Nutzern vehement zurückgewiesen. "Diese Facebook-Daten waren nicht Teil der von Cambridge Analytica an das Wahlkampfteam von Donald Trump geleisteten Dienste", teilte das Unternehmen am Montag mit.

Zu den wichtigsten Geldgebern der Firma Cambridge Analytica gehört der US-Hedgefonds-Milliardär Robert Mercer, ein ausgewiesener Unterstützer der republikanischen Partei. Laut der britischen Zeitung "The Observer" war 2016 der ehemalige Trump-Berater Steve Bannon Chef der Firma.

Künast fordert Aufklärung über mögliche Datennutzung deutscher Bürger

EU-Kommissarin Jourova kündigte auf Twitter an, die EU werde "alle möglichen rechtlichen Maßnahmen ergreifen", um die Daten von Bürgern zu schützen. Dazu gehörten auch strengere Datenschutzbestimmungen und deren Durchsetzung, schrieb die tschechische EU-Politikern, bevor sie am Montag in die USA reiste.

Rufe nach Aufklärung kamen auch aus Berlin. "Wir brauchen dringend Klarheit darüber, wie Daten als Ware in Wahlkämpfen eingesetzt werden", erklärte die Grünen-Politikerin Renate Künast. Die Bundesregierung sei nun in der Pflicht klarzustellen, ob Daten deutscher Bürger betroffenen sind.

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