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Greta Thunberg in Davos : „Unser Haus brennt noch immer, eure Politik füttert die Flammen“

Bei ihrer Rede auf dem Weltwirtschaftsforum hat Greta Thunberg ihren Ausspruch „our house is on fire“ variiert. Sie forderte eindringlich mehr Klimaschutz.

Greta Thunberg bei ihrer Rede auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos.
Greta Thunberg bei ihrer Rede auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos.Foto: Denis Balibouse/REUTERS

Auch auf ihrem zweiten Weltwirtschaftsforum hat Klimaaktivistin Greta Thunberg eindringlich für mehr Klimaschutzmaßnahmen geworben. „Unser Haus brennt noch immer, eure Politik füttert die Flammen“, sagte sie in Variation zu ihrem berühmten Ausspruch bei ihrer letzten Rede in Davos: „Our House is on Fire“ – „Unser Haus brennt“.

Zudem kritisierte sie die Kompensation von CO2-Emissionen. „Bäume zu pflanzen ist zwar gut, aber es kann nicht die wirklich wichtige Maßnahmen ersetzen: Emissionen müssen gestoppt werden.“ Damit reagierte sie auch indirekt auf eine Rede von US-Präsident Donald Trump, der in Davos angekündigt hatte, dass sich sein Land am „Eine-Billion-Bäume-Programm“ der Vereinten Nationen beteiligen werde.

Greta Thunberg mahnte vielmehr, es brauche keine „Netto-Null“ bei den Emissionen, sondern eine „wirklich Null“. „Wir brauchen keine niedrigeren Emissionen, die Emissionen müssen gestoppt werden“, mahnte Thunberg.

Sei verwies darauf, dass die Welt besorgt sei, weil die USA aus dem Pariser Abkommen aussteigen wollten. „Viel besorgniserregender ist aber: Wir alle sind dabei, unsere Verpflichtungen des Pariser Abkommens nicht einzuhalten.“ Und ergänzte: „Jede Politik ohne radikale Beschneidung der Emissionen ist komplett unzureichend.“

Greta Thunberg in Davos: „Rechts, links, Mitte – jede Politik hat versagt“

Aus ihrer Sicht ist das Engagement für den Klimaschutz weder links noch rechts. „Rechts, links, Mitte – jede Politik hat versagt“, sagte Greta Thunberg.

Zudem wandte sie sich direkt an die Wirtschaftselite, die in Davos versammelt ist. „Alle Investitionen in fossile Treibstoffe müssen sofort gestoppt werden“, forderte sie. „Wir wollen, dass das jetzt passiert.“

„Meine Generation wird nicht kampflos aufgeben“

Die Wirtschaftsführer dürften nicht aufgeben, ohne es überhaupt versucht zu haben. „Meine Generation wird nicht kampflos aufgeben“, sagte Thunberg.

„Die Menschen werden nicht aufgeben, ihr seid diejenigen, die aufgeben“, sagte sie gerichtet an die Wirtschaftsführer in Davos. Und ergänzte: „Was werdet ihr den Kindern sagen, die ihr in einem Klimachaos zurücklasst?“

„Wir kämpfen alle für die Umwelt und das Klima“

Bereits am Morgen hatte Greta Thunberg bei einem Auftritt bei der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums in Davos den verantwortlichen Akteuren Untätigkeit vorgeworfen. "Wir kämpfen alle für die Umwelt und das Klima", sagte Thunberg am Dienstag zum Auftakt des WEF. Aus "übergeordneter Perspektive betrachtet" sei allerdings bisher "im Grunde nichts getan" worden. Es sei "viel mehr" nötig. "Das ist erst der Anfang", mahnte die junge Klimaaktivistin.

Zusammen mit anderen jungen Klimaaktivisten forderte sie eine stärkere Mitsprache ihrer Generation beim Kampf gegen den Klimawandel.

Die Politik habe die Erfahrung, die jungen Leute die Ideen, sagte beispielsweise Natasha Mwansa aus Sambia bei einem gemeinsamen Panel am Dienstagvormittag. Sie müssten besser integriert werden. Es gehe nicht um Reden, sondern um Handlungen und Unterstützung. „Was zählt ist, was wir zu Hause machen. Wir werden nicht immer in Davos sein.“

Greta Thunberg in Davos: „Wir müssen die Krise behandeln als das, was es ist: Eine Krise“

Thunberg forderte, die Wissenschaft stärker einzubinden. „Wir müssen die Krise behandeln als das, was es ist: Eine Krise“, sagte die 17-jährige Schwedin. „Es muss viel mehr passieren, dies ist erst der Anfang. Persönlich könne sie sich über Aufmerksamkeit nicht beklagen. „Aber die Wissenschaft und die Stimmen der jungen Generation stehen nicht im Zentrum der Debatte. Doch das müssen sie.“

[Live aus Davos: Sehen Sie hier die Debatte beim Weltwirtschaftsforum im Live-Stream.]

Salvador Gomez-Colon von der Karibikinsel Puerto Rico forderte, die Klimakrise nicht zu politisieren. „Es ist keine politische Frage.“ Die Kanadierin Autmun Peltier kritisierte, die Menschen konzentrierten sich nur auf Geld. „Wir müssen uns aber darauf fokussieren, was passiert“, sagte sie. Mwansa betonte, es sei wichtig, dass Politiker Gesetze einbringen. „Aber die Macht liegt nicht nur bei ihnen, sondern in jedem Einzelnen.“ (Tsp, AFP, dpa)

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