Guerillaorganisation : Hochrangiger ELN-Führer in Kolumbien festgenommen

Schlag gegen die ELN-Guerilla in Bogotá: Der mutmaßliche Hauptverantwortliche für ein Bombenattentat auf eine Polizeischule im Januar wurde gefasst.

Einheiten der Feuerwehr auf dem Gelände der Polizeischule General Santander im Einsatz nach einem Bombenanschlag im Januar.
Einheiten der Feuerwehr auf dem Gelände der Polizeischule General Santander im Einsatz nach einem Bombenanschlag im Januar.Foto: dpa

Kolumbianische Sicherheitskräfte haben einen der wichtigsten Anführer der noch aktiven ELN-Guerilla festgenommen. Arturo Ordóñez Riveros soll der Hauptverantwortliche für das Bombenattentat auf eine Polizeischule in Bogotá im Januar mit 22 Toten sein, wie der kolumbianische Sender Radio Caracol berichtete. Staatspräsident Iván Duque sprach via Twitter von dem „schwersten Schlag“ gegen die ELN seit Jahren. Arturo Ordóñez Riveros wurde am Freitag in Bogotá bei einer Geheimdienstoperation gefasst. Er soll seit 37 Jahren der ELN angehören.

Neben dem verheerenden Bombenattentat in Bogotá wird Ordóñez Riveros auch für Anschläge in den Gebieten Antioquia, Cundinamarca und Tolima verantwortlich gemacht. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm außerdem vor, Minderjährige rekrutiert zu haben.

Nach dem Anschlag auf die Polizeischule am 17. Januar hatte Duque die Friedensgespräche mit der ELN abgebrochen. Der rechtsgerichtete Politiker sagte, nur wenn die ELN alle Geiseln freilasse, sei ein neuer Dialog möglich.

Die 1964 gegründete ELN (Ejército de Liberación Nacional - Nationale Befreiungsarmee) gilt als die letzte aktive Guerilla in Lateinamerika. Insgesamt soll sie etwa 1.800 Kämpfer und ein breites Unterstützernetz haben. Sie ist vor allem im Grenzgebiet zu Venezuela aktiv, aber auch im Zentrum des Landes.

Im November 2016 hatte die Farc-Guerilla mit der kolumbianischen Regierung nach mehr als vier Jahren Verhandlungen einen Friedensvertrag geschlossen.

In dem mehr als 50 Jahren andauernden Bürgerkrieg in Kolumbien zwischen staatlichen Kräften, linken Guerillagruppen und rechten Paramilitärs wurden mehr als 260.000 Menschen getötet, etwa sieben Millionen wurden vertrieben. Etwa 80.000 Kolumbianer gelten als vermisst. Das Land ist bis heute zerrissen. (epd)

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