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Die finnische Premierministerin Sanna Marin macht in ihrer Freizeit gern mal Party.
© Twitter
Update

Sanna Marin äußert sich zu Party-Video: „Habe kein Problem damit, einen Drogentest zu machen“

Als „coolste Regierungschefin Europas“ war Sanna Marin bezeichnet worden. Nach einem neuen Party-Video aber gibt es Kritik – und die Frage: War gar Koks im Spiel?

Von Livia Sarai Lergenmüller

Dürfen Regierungschefinnen feiern? Finnlands Ministerpräsidentin Sanna Marin sieht sich mit massiver Kritik konfrontiert, nachdem online ein Video veröffentlicht wurde, auf dem sie, offenbar angetrunken, gemeinsam mit Freunden wild in einer Wohnung tanzt. Das Video soll vor wenigen Wochen entstanden sein.

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In dem Zusammenschnitt rappt Marin einen Song, tanzt durch ein Zimmer und posiert für die Kamera. Viele Twitter-Nutzerinnen und -Nutzer reagierten empört auf das Video.

Die 36-Jährige ist die bisher jüngste Regierungschefin Finnlands. Bereits zuvor war Marin häufiger dafür kritisiert worden, zu oft auf Festivals oder in Clubs unterwegs zu sein.

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Der finnische Sport-Talkshow-Moderator Aleksi Valavuori etwa schrieb: „Manche sagen, sie sei cool... vielleicht unter anderen Teenagern. Aber eine verantwortungsvolle Führungspersönlichkeit für ein Land in der Krise? Sie ist bei weitem die inkompetenteste Premierministerin, die wir je hatten. Sie hat keine Ahnung. Bitte nehmen Sie Ihre Lederjacke und treten Sie zurück.“

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Kurze Zeit später veröffentlichte der finnische Politiker Jiri Keronen einen Screenshot des Videos, auf dem weiße „Lines“ im Hintergrund erkennbar sind. Berichten zufolge seien im Hintergrund des Videos zudem Rufe nach Kokain zu hören.

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Valavuori forderte daraufhin, Marin und alle in dem Video anwesenden Personen sollten sich einem Drogentest unterziehen. Sollte sie dies nicht tun, so „liegt es auf der Hand, dass auf privaten Partys des Freundeskreises des Premierministers Drogen konsumiert wurden und die Premierministerin selbst davon weiß.“

Andere Twitter-Nutzerinnen und Nutzer hingegen bewerteten das Video positiv. „Sanna Marin wird zu einem Symbol des Fortschritts und ich mag es.“ schreibt eine Person. „Wenn wir diese Konservativen immer um Erlaubnis gebeten hätten, gäbe es keine Premierministerinnen. Ich bin stolz darauf, dieses Video meinen Freunden und Kollegen zu zeigen. Die Welt und ‚akzeptable Werte‘ ändern sich.“

Marin ärgert sich über Veröffentlichung des Videos

Marin selbst kommentierte die Veröffentlichung des Partyvideos am Donnerstag vor einer Sitzung ihrer Partei. Der finnische TV-Sender Yle berichtete, laut Marin seien die Videos wenige Wochen zuvor bei einer privaten Feier entstanden. Auch sei sie der Auffassung gewesen, die Videos würden privat bleiben. „Es ärgert mich, dass die Videos öffentlich geworden sind“, sagte Marin.

Egal, was Sie genommen hat: Ich wette, sie kann sich hinterher trotzdem an mehr erinnern als unser Bundeskanzler.

schreibt NutzerIn EinLeserMehr

Dennoch bewertet sie ihr Verhalten nicht als problematisch. Insbesondere den Vorwurf des Drogenkonsums weist sie entscheiden zurück. „Ich habe keine Drogen genommen und habe daher auch kein Problem damit, einen Drogentest zu machen“, sagte die 36-jährige Politikerin am Donnerstag vor Journalisten in Helsinki. Zuvor waren in Online-Netzwerken Videos geteilt worden, die Marin beim ausgelassenen Feiern mit einer Gruppe von Menschen zeigen.

Die Videos seien privat, sie seien an privaten Orten aufgenommen worden, erklärte Marin. „Ich habe einen Abend mit Freunden verbracht“, fügte sie hinzu. Die Regierungschefin ergänzte, dass auf der von ihr besuchten Party Alkohol getrunken worden sei - bestritt jedoch, Drogen genommen zu haben oder Zeugin des Drogenkonsums anderer geworden zu sein.

Der Abgeordnete Mikko Karna von der Zentrumspartei, einem von Marins Koalitionspartnern, erklärte am Donnerstag im Kurzbotschaftendienst Twitter, es wäre „klug“, wenn sich Marin freiwillig einem Drogentest unterzöge.

Antti Lindtman, Fraktionsvorsitzender von Marins Sozialdemokratischer Partei (SDP), sagte auf einer Konferenz seiner Partei am Donnerstag, die Regierungschefin habe die Unterstützung seiner Fraktion. „Ich sehe kein großes Problem darin, dass sie bei einer privaten Veranstaltung mit Freunden tanzt“, sagte er. Was einen möglichen Drogentest betreffe, so sei es Marins Sache, „das zu beurteilen“, fügte Lindtman hinzu. (mit dpa)

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