• Jahresbericht von Amnesty International: Mindestens 993 Hinrichtungen in 23 Ländern registriert

Jahresbericht von Amnesty International : Mindestens 993 Hinrichtungen in 23 Ländern registriert

In zwei Dutzend Ländern werden nach wie vor Menschen hingerichtet. Die Hälfte der Exekutionen entfiel 2017 auf den Iran. Für China gibt es nur Schätzungen.

Zelle für eine Hinrichtung in den USA
Zelle für eine Hinrichtung in den USAFoto: picture alliance /dpa

Im vergangenen Jahr sind weltweit mehrere tausend Hinrichtungen vollstreckt worden, die mit Abstand meisten in China. Das geht aus dem von Amnesty International vorgelegten Bericht zu Todesurteilen und Hinrichtungen hervor, der sich allerdings bei China allein auf Schätzungen bezieht. Konkret erfasst wurden 2017 mindestens 993 Hinrichtungen in 23 Ländern.

Wie die Menschenrechtsorganisation am Donnerstagfrüh weiter mitteilte, ist das - China nicht eingerechnet - ein Rückgang um vier Prozent seit 2016 und um 39 Prozent seit 2015, die damals 1634 Hinrichtungen waren die höchste Zahl seit 1989.

In China werden die Daten zu Todesurteilen als Staatsgeheimnis eingestuft, das genaue Ausmaß ist also unklar. Die Hinrichtungen in China, die vermutlich in die Tausende gehen, werden nicht mitgezählt. Wenn man China außen vor lässt, wurden 84 Prozent aller gemeldeten Hinrichtungen in nur vier Ländern vollstreckt: im Iran (507), in Saudi-Arabien (146), im Irak (mindestens 125) und in Pakistan (mindestens 60). Als Hinrichtungsmethoden eingesetzt wurden Enthaupten, Erhängen und Erschießen oder eine Hinrichtung durch eine tödliche Injektion. Im Iran fanden mindestens 31 öffentliche Hinrichtungen statt.

Bahrain, Jordanien, Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate begannen im vergangenen Jahr wieder mit der Vollstreckung von Todesurteilen. In fünf anderen Ländern, die 2016 noch Todesurteile vollzogen hatten, wurden von Amnesty 2017 keine Hinrichtungen registriert: Botsuana, Indonesien, Nigeria, Sudan und Taiwan. Guatemala schaffte 2017 als 142. Land die Todesstrafe ab.

Weniger Todesurteile

Die Menschenrechtsorganisation verzeichnete im vergangenen Jahr insgesamt 2591 Todesurteile in 53 Ländern, ein deutlicher Rückgang im Vergleich zum Rekordhoch von 3117 Todesurteilen im Jahr 2016. Mehr als zwei Drittel aller Länder haben die Todesstrafe inzwischen per Gesetz oder in der Praxis abgeschafft.

Die meisten Todesurteile in der westlichen Welt werden in den USA vollstreckt - die Zahl der Hinrichtungen (23) und Todesurteile (41) stieg dort im Vergleich zu 2016 leicht, lag jedoch nach wie vor relativ niedrig im Vergleich mit vielen Vorjahren. Das einzige Land in Europa, in dem Menschen hingerichtet wurden, war Weißrussland. Dort wurden 2017 mindestens zwei Hinrichtungen vollstreckt und vier neue Todesurteile verhängt.

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