Kofferchaos an Berliner Flughäfen : Letztes Ferienwochenende macht Reisenden zu schaffen

Auch am letzten Ferienwochenende mussten Reisende an Berliner Flughäfen und Bahnstationen viel Geduld aufbringen. Diesmal erwischte es vor allem die, die Berlin verlassen wollten.

Paul Lütge
Passagiere warten mit ihrem Gepäck an einem Check-in-Schalter im Flughafen Tegel.
Passagiere warten mit ihrem Gepäck an einem Check-in-Schalter im Flughafen Tegel.Foto: dpa

Passagiere eilen hektisch durch die engen Gänge und suchen den richtigen Schalter. Andere stehen bereits in langen Schlangen vor der Gepäckabgabe. Es ist Sonnabendfrüh im Flughafen Tegel. Am letzten Wochenende vor Beginn des nächsten Berliner Schuljahres platzt der Flughafen mal wieder aus allen Nähten. Diesmal hat es vor allem die Fluggäste erwischt, die Berlin verlassen wollen.

„Es ist wirklich eine Frechheit", findet Jutta Kehrer. Über ein Stunde wartete sie mit ihrem Mann darauf, das Gepäck für den Flug nach Paris im Terminal A abzugeben – und wurde dann darauf hingewiesen, dass sie in der falschen Schlange stehe. „Das ist so ein Chaos hier, die Warteschlangen bei der Gepäckabgabe sind alle kreuz und quer“, sagt sie. „Jetzt müssen wir wohl noch mal eine Stunde warten“. Kehrer stört vor allem, dass so wenig Personal bei der Gepäckabgabe arbeitet. „Die haben hier nur einen Schalter offen, das kann ja nicht sein“. Draußen vor dem Terminal C ist die Stimmung besser. Aus der Musikanlage einer Gruppe Männer tönen Schlager. Die Herren haben nur Handgepäck und können so das ewig dauernde Einchecken an den Schaltern überspringen. Drinnen dagegen ein anderes Bild. Eine Warteschlange führt durch die gesamte Halle zur Gepäckabgabe. Eine Airline-Mitarbeiterin versucht, die anstehenden Menschen zu beruhigen und die Schlange zu ordnen. Mark Freise kann darüber nur schmunzeln. Er holt seine Frau und Sohn am Flughafen ab, die Familie wohnt in Berlin. „Heute lief beim Ankommen wohl mal alles glatt“, sagt er. „Aber ich fliege beruflich viel und finde, dass der Flughafen eine absolute Katastrophe ist.“

Großer Andrang auch am Bahnhof

Ali Lehmann arbeitet in einem Kiosk im Eingangsbereich des Terminal A. Für ihn ist der volle Flughafen nichts Neues. „In den vergangenen Wochen war es noch viel schlimmer", berichtet er. Gerade am Vormittag sei es immer besonders voll. Lehmann erzählt, dass er während der Hitzewelle in den vergangenen Wochen in wenigen Stunden einen ganzen Kühlschrank voller Getränke verkaufte. „Jetzt ist es aber wieder ein bisschen ruhiger geworden und die Menschen wirken auch gelassener“, findet er.

Trotz langer Wartezeiten ist auch Diallo Alioo noch entspannt. Dabei lief es auch für ihn am Morgen besonders unglücklich. „Ich stand schon über eine halbe Stunde an an und wurde dann weggeschickt, da ich angeblich zu früh sei“ erklärt er. Nun versucht er erneut sein Glück, um das Gepäck aufzugeben. Ein Mann hinter ihm nimmt die langen Wartezeiten noch mit Humor. „Ich hätte da einen Tipp: Man könnte ja einen neuen Flughafen hier in Berlin eröffnen, vielleicht in der Nähe von Schönefeld."

In den Fernbahnhöfen war der Andrang groß – aber nicht gewaltig. Probleme hatte die Bahn vor allem im Verkehr mit der Ostsee, wo die Fahrten nicht nur durch Baustellen ausgebremst werden. Auf der Linie RE5 strich die Bahn erneut die Wochenend-Ausflugszüge nach Neustrelitz, die vor allem die Regelzüge entlasten sollen. Hinter den angegebenen „betriebsbedingten Gründen“ steckte in der Vergangenheit stets ein Lokführermangel. Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) beklagt bei den „Ostseelinien“ RE3 nach Stralsund und RE5 nach Rostock/Stralsund seit Wochen eine „mangelnde Qualität.“ Vor allem Fahrrad- und Servicewagen fielen häufig aus.

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