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Ein junger Rohingya schaut durch ein Gitter in einem Flüchtlingscamp in Bangladesch.
© REUTERS/Mohammad Ponir Hossain

Casdorffs Agenda: Mehr Gerechtigkeit für Kinder hilft dem Frieden

Allein in Bangladesch harren 40.000 unbegleitete minderjährige Rohingha in Lagern aus – ohne Perspektive. Das muss sich ändern. Ein Kommentar.

Von Stephan-Andreas Casdorff

Und immer sind es die Kinder, die am meisten leiden. Kinder, die Zukunft. Kinder, die Hoffnung auf eine bessere Welt. Wann werden wir Menschen endlich klüger? Rund 900.000 Rohingya sind vor den Gewaltexzessen aus Myanmar nach Bangladesch geflohen. 500.000 harren in den Lagern aus, darunter 40.000 unbegleitete Minderjährige.

Helmut Kutin, Ehrenpräsident der SOS-Kinderdörfer, berichtet aus einem der Flüchtlingscamps nahe Cox́s Bazar, in dem die Hilfsorganisation fünf Nothilfezentren betreibt: „Die Kinder leben wie in einem Gefängnis, nur schlimmer, denn sie haben keine Perspektive auf ein Leben danach.“

Eltern verheirateten ihre Kinder aus blanker Not, damit sie weniger Esser zu versorgen haben oder damit die Mädchen dauerhaft in Bangladesch bleiben können. „Kleine Mädchen erleben sexuelle Gewalt in der Familie, werden prostituiert oder als billige Hausangestellte abgegeben.“

Und jetzt droht ihnen eine weitere Katastrophe: der Monsun. Der wird die ohnehin katastrophale Lage noch verschärfen. „Wenn wir wahren Frieden in der Welt erlangen wollen, müssen wir bei den Kindern anfangen.“ Ein alter Satz von Mahatma Gandhi. Manche Menschen sind schon früh klüger geworden. Auf sie sollten wir hören.

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