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Bundeswehr-Soldaten im August 2021 beim Evakuierungseinsatz in Kabul.
© Marc Tessensohn and Handout/Bundeswehr/AFP

„Den Taliban wegen Bürokratie zum Opfer gefallen“: Mehrere Afghanen starben offenbar vor Ausreise nach Deutschland

Die chaotische Evakuierungsaktion von Kabul endete für viele Menschen tödlich. Betroffen waren wohl auch afghanische Ortskräfte mit deutscher Aufnahmezusage.

Mehrere Afghanen mit einer Aufnahmezusage der deutschen Bundesregierung sind einem Medienbericht zufolge vor ihrer Ausreise nach Deutschland gestorben.

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„Die Bundesregierung hat Kenntnis von einzelnen Todesfällen“, berichtet der „Spiegel“ unter Berufung auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken.

Bei den Betroffenen handelte es sich demnach um frühere Ortskräfte, Angehörige oder andere gefährdete Personen. Bis heute warten tausende gefährdete Menschen aus Afghanistan darauf, nach Deutschland gebracht zu werden.

Aus den Antworten der Bundesregierung geht hervor, dass die deutsche Regierung bis Mitte Februar rund 30.000 Menschen eine Aufnahmezusage erteilt hatte. Von ihnen konnten erst rund 14.000 Personen nach Deutschland einreisen.

Kritik an „tödlichem Versagen der Bundesregierung“

Die Linken-Bundestagsabgeordneten Clara Bünger kritisierte die Regierung für die Verzögerungen bei der Evakuierung. „Wir wissen nun, dass das unbeschreibliche Versagen der Bundesregierung bereits tödliche Folgen hatte“, sagte sie dem „Spiegel“.

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„Die Vorstellung ist schier unerträglich, dass Afghaninnen und Afghanen, die auf den Schutz der Bundesrepublik vertraut haben, den Taliban zum Opfer gefallen sind, weil trotz eindrücklicher Warnungen zu spät mit Evakuierungen begonnen und an zu bürokratischen Verfahren festgehalten wurde“, so Bünger.

Die Bundeswehr hatte vergangenen August zusammen mit den anderen Nato-Streitkräften überstürzt Afghanistan verlassen, nachdem die Regierungstruppen den Vormarsch der radikalislamischen Taliban nicht aufhalten konnten.

In einer chaotischen Rettungsaktion brachten die Nato-Streitkräfte noch tausende Menschen per Luftbrücke aus Kabul außer Landes. Tausende weitere wurden jedoch zurückgelassen und sollen das Land nun auf anderem Wege verlassen. (AFP)

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