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Militante Neonazis um Werner S. : Rechte Terroristen marschierten in Berlin

Mitglieder der aufgeflogenen Terrorgruppe um Werner S. nahmen 2019 an einer Demonstration in der Hauptstadt teil – einen Monat nach Gründung der Vereinigung.

Festgenommene wurden zu Haftrichtern des Bundesgerichtshofs gebracht.
Festgenommene wurden zu Haftrichtern des Bundesgerichtshofs gebracht.Foto: Uli Deck/dpa

Mitglieder der am 14. Februar ausgehobenen rechtsextremen Terrorgruppe haben sich im vergangenen Jahr in Berlin aufgehalten. Nach Informationen des Tagesspiegels beteiligten sich mehrere Beschuldigte am 3. Oktober 2019, dem Jahrestag der Einheit, an einer rechten Demonstration im Berliner Stadtteil Mitte.

Gruppe um Werner S. wollte Habeck und Hofreiter töten

Die von den Behörden nach ihrem Anführer als „Gruppe Werner S.“ bezeichnete Terrorvereinigung hatte sich nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden einen Monat vor dem Aufmarsch in Berlin gebildet.

Die Bundesanwaltschaft hatte vor zwei Wochen Werner S. und weitere elf Mitglieder der Gruppe festnehmen lassen. Alle zwölf Männer kamen in Untersuchungshaft. Den Rechtsextremisten wird vorgeworfen, Anschläge auf Politiker, Muslime und Flüchtlinge geplant zu haben. Die Gruppe habe unter anderem die Grünen-Politiker Robert Habeck und Anton Hofreiter töten wollen, hieß es in Sicherheitskreisen. Gesprochen worden sei auch über Anschläge auf sechs Moscheen, während dort Gottesdienste stattfinden.

Die Gruppe habe mit den Angriffen „bürgerkriegsähnliche Zustände“ herbeiführen wollen, sagte die Bundesanwaltschaft. Bei einem Treffen am 8. Februar in Minden (Westfalen) vereinbarten die Mitglieder, Waffen in Tschechien zu beschaffen. Die Bundesanwaltschaft zog die Terroristen dann rechtzeitig aus dem Verkehr.

Den Aufmarsch in Berlin hatte die rechtsextreme Organisation „Wir für Deutschland“ veranstaltet. Die Polizei zählte 1700 Teilnehmer. Das Motto lautete „2. Tag der Nation“. Gekommen waren Rechtsextremisten,  Rechtspopulisten und Reichsbürger aus mehreren Bundesländern. Zu sehen waren unter anderem Anhänger von NPD und AfD, rechte Hooligans, Mitglieder der „German Defense League“ und von „Pro Chemnitz“ sowie die martialisch auftretende Düsseldorfer Neonazi-Gruppe „Bruderschaft Deutschland“. Erkenntnisse, dass die Terrorgruppe Werner S. über die Teilnahme von Mitgliedern an dem Aufmarsch hinaus mit der rechtsextremen Szene Berlins vernetzt war, scheint es nicht zu geben.

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