Nach heftiger Kritik : Deutsche Bahn will doch keinen Zug nach Anne Frank benennen

Einen ICE4 mit dem Namen des jüdischen Mädchens Anne Frank wird es nicht geben. Die Deutsche Bahn räumt gegenüber der "Bild"-Zeitung ein, das Thema "leider falsch eingeschätzt" zu haben.

Die vierte Generation des ICE, der ICE 4. (Archiv)
Die vierte Generation des ICE, der ICE 4. (Archiv)Foto: dpa/Paul Zinken

Nach Kritik an einem Anne-Frank-Zug stoppt die Deutsche Bahn die Benennung ihrer neuen ICE4 nach historischen Persönlichkeiten. „Wir müssen einräumen, dass wir das Thema leider falsch eingeschätzt und damit Gefühle verletzt haben“, sagte ein Bahn-Sprecher der „Bild“-Zeitung (Donnerstag). Das jüdische Mädchen Anne Frank war 1944 mit einem Zug in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert worden.

"Dunkles Kapitel in der Geschichte der Eisenbahn“

Die Verstrickung von Reichsbahn und NS-Staat sei ein „dunkles Kapitel in der Geschichte der Eisenbahn“, sagte der Sprecher der Zeitung. Anstelle der Benennung nach Personen wolle die Bahn ihre neuen ICE4 nun zu Botschaftern für die „schönsten Seiten Deutschlands“ machen, sie also nach Regionen, Flüssen oder Bergen benennen.

Die 25 Namenspaten für die neuen Züge hatte die Bahn im vergangenen Oktober bekanntgegeben. Unter anderen bei jüdischen Organisationen hatte der geplante Anne-Frank-Zug Kritik hervorgerufen. Die 1929 in Frankfurt geborene Anne Frank wurde 1944 von Amsterdam nach Auschwitz und später nach Bergen-Belsen deportiert. Dort starb sie 1945 an Typhus. Ihre Tagebücher werden heute weltweit gelesen. (epd)

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