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Alexander Hoffmann (CSU), Vorsitzender der CSU-Landesgruppe in der Unionsfraktion, spricht bei einem Interview.

© dpa/Christoph Soeder

„Niere made in space“: CSU will im All per 3D-Drucker Spenderorgane schaffen

Mit innovativer Forschung sollen im Weltraum auch Herzen und Lebern entstehen. Einem CSU-Positionspapier zufolge müsse massiv investiert werden. Deutschland solle zum Top-Technologieland werden.

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Science Fiction oder einen Riesensprung für den Standort Deutschland? Für die CSU ist die Antwort eindeutig: Die Bundesrepublik soll das europäische Weltraumzentrum und Antreiber für innovative Technologien werden. „Die nächste industrielle Revolution findet im Orbit statt. Wir wollen, dass die erste ,Niere made in space‘ aus Deutschland heraus entwickelt wird“, heißt es in einem Entwurf für den entsprechenden Passus in einem Positionspapier der Partei des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder.

Die CSU-Landesgruppe im Bundestag will dies bei ihrer Winterklausur in der kommenden Woche im oberbayerischen Kloster Seeon beschließen will. Darüber berichtete zuerst der „Focus“, das Papier liegt auch der Deutschen Presse-Agentur in München vor.

„Wir wollen Deutschland zum Top-Technologieland machen, das weltweit an der Spitze mitspielt“, sagte CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann demnach. „Mit der Hightech Agenda investieren wir massiv in Schlüsseltechnologien wie KI, Quantencomputing, Mikroelektronik und Biotechnologie.“ Ein weiterer Schwerpunkt sei die Raumfahrt, denn Technologien wie Space Manufacturing ermöglichten Innovationen, an denen die Erdschwerkraft bisher scheitere.

So wollen wir den Bedarf an Spenderorganen wie Herzen und Lebern senken und die Transplantationsmedizin revolutionieren.

Alexander Hoffmann, CSU-Landesgruppenchef

Gewebestrukturen und Blutgefäße könnten zum Beispiel durch 3D-Druck im All stabiler gedruckt werden, heißt es in dem Entwurf des Positionspapiers den Berichten zufolge weiter. „So wollen wir den Bedarf an Spenderorganen wie Herzen und Lebern senken und die Transplantationsmedizin revolutionieren.“ Das All könne zum „Treiber für lebensrettende Entwicklungen“ werden. Die CSU will dafür mehr Geld in Forschung und Entwicklung investieren sowie Raumstationen mit entsprechenden Laboren aufbauen.

Ferner brauche Deutschland einen „eigenen, souveränen Zugang zum Weltraum“. Bislang ist die Bundesrepublik bei Weltraummissionen auf externe Dienstleister und Partner angewiesen. Um Innovationen aus Deutschland zu fördern, möchte die CSU außerdem die Forschungsbürokratie abbauen, Antragsprozesse digitalisieren und Förderungen vereinfachen. „Innovationen haben Vorfahrt“, heißt es in dem CSU-Positionspapier.

Zuvor war bereits bekannt geworden, dass die CSU bei ihrer Klausur beschließen will, dass zur Sicherstellung der Energieversorgung trotz Atomausstiegs auf eine Rückkehr der Kernenergie in Deutschland und den Bau von Mini-Kernkraftwerken gesetzt werden soll. Konkret fordern die Christsozialen die Erforschung und den Aufbau einer Kreislaufwirtschaft für die Kernenergie.

„Wir wollen den Turnaround bei der Kernforschung schaffen. Unser Land kann es sich nicht leisten, neue Technologien zu verschlafen“, heißt es im Entwurf eines Positionspapiers. (lem)

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