• Protest gegen hohen Schadstoffausstoß: Klimaaktivisten blockieren stundenlang Kreuzfahrtschiff in Kiel
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Protest gegen hohen Schadstoffausstoß : Klimaaktivisten blockieren stundenlang Kreuzfahrtschiff in Kiel

Die Gruppe „Smashcruiseshit“ hindert im Kieler Hafen die „Zuiderdam“ am pünktlichen Auslaufen. Die Aktion richtet sich gegen Umweltverschmutzung und Ausbeutung.

Aktivisten blockieren am Pfingstsonntag das Kreuzfahrtschiff „Zuiderdam“ im Kieler Hafen.
Aktivisten blockieren am Pfingstsonntag das Kreuzfahrtschiff „Zuiderdam“ im Kieler Hafen.Foto: dpa/Thomas Eisenkrätzer

Mit rund sechs Stunden Verspätung ist ein Kreuzfahrtschiff nach einer Blockadeaktion von rund 50 Aktivisten in Kiel ausgelaufen. Das Schiff sei am späten Sonntagabend Richtung Kopenhagen gestartet, teilte die Polizei mit.

Die Demonstranten kreuzten demnach mit kleinen Booten vor dem Bug des Schiffes und hielten es so auf. Rund 40 Aktivisten seien von der Polizei in Gewahrsam genommen worden.

Fünf Aktivisten besetzten darüber hinaus am nahe liegenden Ostseekai einen Kran, zwei von ihnen wollten diesen nicht verlassen und mussten abgeseilt werden.

Die Gruppe „Smash Cruiseshit“ erklärte, sie wolle mit der Aktion den Schadstoffausstoß des Kreuzfahrtschiffes „Zuiderdam“ unterbrechen und auf die Arbeitsbedingungen an Bord aufmerksam machen. „Teilweise nur 2 Euro Stundenlohn und 72 Stunden Arbeit. Diese Ausbeutung muss aufhören!“, schrieben die Aktivisten auf Twitter, und: „Kreuzfahrtschiffe tragen zur Erhitzung des Planeten bei - durch Rußpartikel, die sich auf Eisbergen in der Arktis absetzen, schmilzt das Eis dort noch schneller.“

Verletzt wurde bei der Aktion nach Polizeiangaben niemand, „Smash Cruisehit“ schrieb auf Twitter hingegen von einigen Leichtverletzten. Wie viele Passagiere auf dem Kreuzfahrtschiff waren, konnte die Polizei nicht sagen.

Die „Zuiderdam“ gehört über eine Tochtergesellschaft zum größten Kreuzfahrtkonzern Carnival mit Sitz in den USA und kann knapp 2000 Passagiere aufnehmen. Kiel war die vorletzte Station einer Ostsee-Rundreise, die am Montag in Kopenhagen endete. Die Reederei hat sich bislang zu dem Vorfall nicht geäußert. Sie könnte von den Aktivisten Schadenersatz verlangen, weil sie mit erhöhter Geschwindigkeit nach Kopenhagen gefahren ist und damit zusätzlichen Treibstoff verbraucht hat.

Der Kreuzfahrt-Tourismus ist seit Jahren eine Boom-Branche und das Wachstum wird eher von der Kapazität der Schiffe als von der Nachfrage begrenzt. Im vergangenen Jahr buchten 2,23 Millionen Reisende aus Deutschland eine Kreuzfahrt, ein Plus von drei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Weltweit stieg die Zahl der Kreuzfahrt-Passagiere um 6,7 Prozent auf 28,52 Millionen. (dpa)

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