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Proteste gegen Putin : Russischer Oppositionsführer Nawalny festgenommen

Der russische Oppositionsführer Nawalny hatte zu Protesten gegen Präsident Putin aufgerufen. Rund 1000 Menschen wurden festgenommen.

Polizisten nehmen Oppositionspolitiker Alexej Nawalny in Moskau fest.
Polizisten nehmen Oppositionspolitiker Alexej Nawalny in Moskau fest.Foto: Uncredited/AP/dpa

Der russische Oppositionsführer Alexej Nawalny ist bei einer Kundgebung in Moskau festgenommen worden. Das berichteten russische Agenturen am Samstag von der Demonstration mehrerer Tausend Menschen im Stadtzentrum. Nawalny hatte seine Anhänger landesweit zu Protesten gegen Präsident Wladimir Putin aufgerufen, der am Montag seine vierte Amtszeit beginnt.

Bis zum Nachmittag berichtete das Bürgerrechtsportal OVD-Info von mehr als 1000 Festnahmen. Angaben der Behörden lagen zunächst nicht vor. Den Oppositionellen drohen mehrtägige Arreststrafen.

Nawalny erschien ungehindert auf dem Puschkinplatz im Zentrum von Moskau. Dort waren nach Augenzeugenberichten mehrere Tausend meist junge Anhänger versammelt, die Polizei sprach von 1500 Menschen. Das Auftauchen Nawalnys endete aber wie bei mehreren Kundgebungen zuvor: Die Polizei zerrte ihn aus der Menge und führte ihn ab.

Die Kundgebungen richteten sich gegen Putins lange Herrschaft, gegen Korruption und Internetzensur in Russland. Nawalny wollte damit auch an Massendemos gegen Putins Amtseinführung 2012 anknüpfen. Damals war Putin in einem vereinbarten Ämtertausch mit Dmitri Medwedew wieder Staatschef geworden. Die Rochade verärgerte die Mittelschicht in den Großstädten, doch Putin zerschlug den Protest mit harten Strafen gegen die Organisatoren.

Die jetzigen Proteste fielen kleiner aus, sie mobilisierten auch weniger Teilnehmer als bei Nawalny-Demonstrationen vergangenes Jahr. Von der Präsidentenwahl im März war Nawalny (41) mit einer juristisch fragwürdigen Vorstrafe ferngehalten worden. Putin (65) siegte mit dem Rekordergebnis von fast 77 Prozent der Stimmen.

Besonders viele Festnahmen gab es nach Angaben von OVD-Info in Moskau (475), in Tscheljabinsk (163) und Jakutsk (74) in Sibrien. Vielerorts waren die Demonstrationen mit den Behörden abgestimmt. In Moskau erklärte die Stadtverwaltung den angekündigten Versammlungsort aber für gesperrt. Auf dem Schlossplatz in St. Petersburg wurde überraschend eine Probe für die Militärparade zum Tag des Sieges am 9. Mai anberaumt.

Nach Angaben des Nawalny-Stabes fanden Demonstrationen in mehr als 90 Großstädten des Landes statt. Zu Putins Amtseinführung 2012 waren die Proteste allerdings stärker gewesen. Putin hatte die Präsidentschaftswahl im März mit mehr als 76 Prozent der Stimmen klar gewonnen - nicht zuletzt weil sein Hauptwidersacher Nawalny von der Wahl ausgeschlossen war. (dpa, AFP)

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