Russland-Affäre : Ex-Trump-Anwalt Michael Cohen soll lange hinter Gitter

Falschaussagen zu Russland-Kontakten, Schweigegeldzahlungen als Wahlkampfbeihilfe: Die Staatsanwaltschaft fordert eine mehrjährige Haftstrafe für Michael Cohen.

Michael Cohen nach einem Gerichtstermin Ende November in New York.
Michael Cohen nach einem Gerichtstermin Ende November in New York.Foto: Andrew Kelly/REUTERS

Der frühere Anwalt von US-Präsident Donald Trump, Michael Cohen, soll nach Auffassung der Staatsanwalt für längere Zeit ins Gefängnis. In einer Strafempfehlung, die am Freitagabend in New York veröffentlicht worden war, empfiehlt die Anklagebehörde des Bundesstaates eine Haftstrafe von rund fünf Jahren für den Juristen - eine nur geringe Abschwächung vom Regelfall. Cohen werden neben Falschaussagen und Steuervergehen unter anderem illegale Wahlkampfbeihilfen vorgeworfen. Das Strafmaß soll am Mittwoch verkündet werden.

Die Strafverfolger attestieren Cohen, über Jahre hinweg aus "persönlicher Gier" gegen eine Reihe von Gesetzen verstoßen zu haben. Seine Macht und seinen Einfluss habe er für "betrügerische Zwecke" eingesetzt, führte Bundesanwalt Robert Khuzami aus. Er empfahl eine Haftstrafe zwischen 51 und 63 Monaten für Cohen, der mehr als anderthalb Jahrzehnte lang persönlich und geschäftlich eng mit Trump verbunden war.

Cohen hatte sich erst kürzlich schuldig bekannt, den Kongress über Kontakte nach Moskau und ein Immobilienprojekt Trumps in der russischen Hauptstadt belogen zu haben. Dabei ging es um den geplanten Bau eines Trump-Hochhauses in Moskau.

Ansonsten beziehen sich die von der Bundesanwaltschaft vorgebrachten Vorwürfe gegen Cohen unter anderem auf Schweigegeldzahlungen an zwei angebliche frühere Sexpartnerinnen Trumps, die Pornodarstellerin Stormy Daniels und das frühere "Playboy"-Model Karen McDougal. Diese Zahlungen sollen gegen Gesetze zu Wahlkampffinanzierungen verstoßen haben.

In einem zweiten am Freitag veröffentlichten Papier hat Russland-Sonderermittler Robert Mueller dagegen Cohen eine zufriedenstellende Zusammenarbeit bei den Ermittlungen attestiert, die sich um die Einmischung Russlands in die US-Wahlen 2016 drehen.

Cohen hatte sich schuldig bekannt und zur Zusammenarbeit mit den Behörden bereiterklärt, um seine drohende Gefängnisstrafe zu reduzieren. Die nun ausgesprochene Empfehlung aus New York deutet darauf hin, dass Cohen nicht in vollem Umfang mit den Ermittlern kooperiert hat. (dpa, AFP)

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