• Sommerzeit abschaffen oder Winterzeit abschaffen?: EU startet Online-Befragung zur Zeitumstellung

Sommerzeit abschaffen oder Winterzeit abschaffen? : EU startet Online-Befragung zur Zeitumstellung

Die EU erwägt die Abschaffung der Sommerzeit oder der Winterzeit. Nun können Bürger in einer Online-Befragung ihre Meinung zur Zeitumstellung mitteilen.

Abschaffung der Sommerzeit: EU-Kommission startet Online-Befragung
Der Polstab einer Sonnenuhr wirft einen Schatten auf das Zifferblatt (Symbolbild)Foto: Christoph Schmidt/dpa

Die EU-Kommission hat am Donnerstag eine Online-Befragung von Bürgern, Unternehmen und Verbänden gestartet, um sich ein Bild zur Unterstützung oder Ablehnung zur Abschaffung der Sommerzeit zu verschaffen. Teilnehmer können dabei bis zum 16. August ihre Meinung auch auf Deutsch kundtun.

Das Europaparlament hatte im Februar eine Überprüfung durch die Kommission gefordert. Dabei wurde auch auf Studien verwiesen, wonach die Sommerzeit "negative Folgen für die Gesundheit der Menschen" haben könne. Die Forderung des Verkehrsausschusses, die Sommerzeit ganz abzuschaffen, fand damals allerdings keine Mehrheit. Die Kommission verwies nun auch auf Forderungen von Mitgliedstaaten nach einer Änderung. Finnland forderte demnach die Abschaffung.

Regelung für die gesamte Europäische Union

Teilnehmer der Online-Befragung hätten zwei Möglichkeiten, sagte ein Kommissionssprecher. Sie könnten sich für die Beibehaltung der Sommerzeit oder ihre "Abschaffung in der gesamten Europäischen Union" aussprechen. Denn mit Blick auf den EU-Binnenmarkt wolle die Kommission einen "Flickenteppich" unterschiedlicher Regelungen vermeiden. Aus diesem Grund will die Kommission den Mitgliedstaaten bei einer Abschaffung der Sommerzeit eine nationale Umstellung auch ausdrücklich verbieten.

Der Kommissionssprecher verwies gleichzeitig darauf, dass Studien zu möglichen Gesundheitsproblemen durch die Zeitumstellung bis heute keine eindeutigen Schlussfolgerungen erlaubten. Deshalb müsse die Entscheidung nun "auf Basis von anderen Kriterien" getroffen werden.

Laut Kommission könnten nach neueren Untersuchungen zwar die Auswirkungen auf den Biorhythmus stärker als angenommen sein. Es gebe aber auch positive Effekte für die Gesundheit im Zusammenhang mit mehr Freizeitaktivitäten im Freien. Ursprünglich durch die Sommerzeit erhoffte Energiespareffekte seien darüber hinaus aber bestenfalls "marginal".

"Ständige Sommerzeit" oder "ständige Winterzeit"

In der Befragung können auch Gründe zur Entscheidung für oder gegen die Sommerzeit angegeben werden: Dazu gehören Energieeinsparung, Gesundheit, Freizeitaktivitäten am Abend oder die Straßenverkehrssicherheit. Für den Fall einer Abschaffung können Teilnehmer eine Präferenz entweder für "ständige Sommerzeit" oder "ständige Winterzeit" angeben.

Die Sommerzeit wurde aus Gründen der Energieeinsparung in Deutschland 1980 eingeführt, in anderen Mitgliedstaaten schon deutlich früher. Seit 2002 ist die Umstellung EU-weit einheitlich geregelt, um Probleme durch unterschiedliche Uhrzeiten im Gütertransport oder bei Flug- oder Bahnverbindungen zu vermeiden. Die Uhren werden dabei immer am letzten Sonntag im März vor und am letzten Sonntag im Oktober wieder zurückgestellt.

Technische Probleme bei Online-Fragebogen zur Sommerzeit

Die EU-Kommission hat technische Probleme bei der am Donnerstag gestarteten Online-Umfrage zur Abschaffung der Sommerzeit eingeräumt. Wegen der vielen Zugriffe auf die Seite habe das System Schwierigkeiten, teilte die Brüsseler Behörde am Freitag auf Anfrage mit. Wer den Online-Fragebogen nicht angezeigt bekomme, solle es zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal versuchen.

In der Umfrage sollen die gut 500 Millionen EU-Bürger bis zum 16. August angeben können, ob sie künftig gerne ohne Zeitumstellung leben würden und ob sie Winter- oder Sommerzeit bevorzugen. Die EU-Kommission prüft derzeit Forderungen nach einer Abschaffung der Zeitumstellung. (dpa/AFP)

Die Online-Befragung finden Sie hier: https://ec.europa.eu/eusurvey/runner/2018-summertime-arrangements

Die Befragung als PDF zum Download finden Sie hier: https://ec.europa.eu/eusurvey/pdf/survey/126561?lang=DE

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