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Spendenaffäre : Half Milliardär August von Finck der AfD?

Neue Spur in der AfD-Spendenaffäre: Bei Entstehung der parteinahen Zeitung "Deutschland-Kurier" spielte offenbar ein Vertrauter des Milliardärs eine Rolle.

Ein AfD-Banner bei der Europawahlversammlung der Partei in Magdeburg.
Ein AfD-Banner bei der Europawahlversammlung der Partei in Magdeburg.Foto: Sebastian Willnow/dpa

Die Spendenaffäre der AfD weitet sich aus. Eine neue Spur soll zu dem Unternehmer August von Finck führen, der bereits in der Vergangenheit Parteien und Initiativen im rechten und libertären Bereich unterstützt hat. Der „Spiegel“ und die Schweizer Wochenzeitung „WOZ“ berichten, dass ein Bevollmächtigter des Milliardärs offenbar in die Konzeption der AfD-nahen Zeitung „Deutschland-Kurier“ eingebunden war. Der „Spiegel“ schreibt weiter, dass er über Hinweise verfügt, dass Finck schon vor Jahren indirekt mehrere Veranstaltungen der AfD finanziell unterstützt habe.

Dem Bericht zufolge soll sich der Geschäftsführer der finckschen Vermögensverwaltung, Ernst Knut Stahl, im März 2017 in München mit einem deutschen Verleger getroffen haben, um über das damals in Planung befindliche Zeitungsprojekt zu beraten. Der Verleger soll das Treffen bestätigt haben, Stahl reagierte auf eine Anfrage des Magazins nicht.

Auch der Chefredakteur des „Deutschland-Kuriers“, David Bendels, ließ konkrete Fragen zur Rolle Fincks und seines Bevollmächtigten unbeantwortet. Das Blatt, in dem zahlreiche AfD-Politiker schreiben, wurde von der Partei wiederholt zu Wahlkampfzwecken eingesetzt und wird von anonymen Geldgebern finanziert.

Bundestagsverwaltung prüft Unterstützerverein

Der „Deutschland-Kurier“ wurde ursprünglich von dem „Verein zur Erhaltung der Rechtsstaatlichkeit und bürgerlichen Freiheiten“ herausgegeben. Bis hat die AfD betont, dass sie mit den Aktivitäten des Vereins nichts zu tun hat. Die Bundestagsverwaltung prüft allerdings weiterhin, ob es sich um eine verdeckte Form der Parteienfinanzierung handeln könnte. Für die AfD könnten daraus Sanktionen erwachsen.

Schon früher in dieser Woche hatten „Süddeutsche Zeitung“, NDR und WDR berichtet, die Verbindungen zwischen der AfD und dem undurchsichtigen Unterstützerverein seien enger als bislang bekannt. Sie beriefen sich dabei auf verschiedene E-Mails. Ähnlich wie der „Spiegel“ erklärten die drei Medien nun am Freitag, Fincks Vertrauter Stahl sei in die Vorbereitungen für ein rechtes Blatt, aus dem offenbar der „Deutschland-Kurier“ geworden sei, involviert gewesen. Sie beriefen sich dabei auf eine Person, die mit mit dem Vorgang vertraut sei.

Nach „Spiegel“-Angaben deuten Aussagen von Insidern und Dokumente zudem darauf hin, dass Finck 2013 indirekt mehrere AfD-Veranstaltungen gesponsert habe. Die Rechnungen für diese Veranstaltungen wurden demnach nicht von der Partei, sondern von einer Münchner PR-Agentur bezahlt, die enge Beziehungen zu Finck und dessen Bevollmächtigtem Stahl unterhält.

Der damalige Bundesschatzmeister der AfD, Norbert Stenzel, schätzte den Betrag der von der Agentur übernommenen Rechnungen auf „100.000 bis 120.000 Euro“. Deren Geschäftsführerin Dagmar Metzger bestätigte, dass sie „in der Anfangsphase der AfD einige Veranstaltungen finanziert“ habe, bezifferte die Summe jedoch auf „ca. 35.000 Euro“. Die Summe sei ordnungsgemäß im AfD-Rechenschaftsbericht aufgeführt worden. Die Frage, ob ihre Auslagen für die AfD aus dem Vermögen von August von Finck beglichen wurden, ließ Metzger offen. (Tsp)

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