Trotz schlechter Sicherheitslage : Mehr als 200 Männer nach Afghanistan abgeschoben

Seit Dezember 2016 hat die Bundesregierung 234 Männer nach Afghanistan zurückgebracht - obwohl die Sicherheitslage umstritten ist. Am Mittwoch landete der 13. Abschiebeflug.

Ein Gruppe junger Männer verlässt im Februar 2017 in Begleitung eines Polizisten das Flughafengebäude in Kabul.
Ein Gruppe junger Männer verlässt im Februar 2017 in Begleitung eines Polizisten das Flughafengebäude in Kabul.Foto: Mohammad Jawad/dpa

In Afghanistans Hauptstadt Kabul ist am Mittwochmorgen ein weiterer Abschiebeflug aus Deutschland eingetroffen. Beamte am Flughafen bestätigten, die aus Frankfurt/Main kommende Maschine sei kurz nach 7Uhr Ortszeit gelandet. Aus deutschen Sicherheitskreisen hatte es am Vorabend geheißen, 15 Menschen seien an Bord. Die Abschiebung von zwei weiteren Abschiebekandidaten sei in letzter Minute von einem Bundesgericht gestoppt worden. Es war die 13. Sammelabschiebung seit dem ersten Flug im Dezember 2016.

Damit haben Bund und Länder bisher 234 Männer nach Afghanistan zurückgebracht. Die Abschiebungen sind wegen der sich rasant verschlechternden Sicherheitslage umstritten. Die radikalislamischen Taliban kontrollieren nach Militärangaben heute wieder mehr als 14 Prozent des Landes - andere Quellen sehen höhere Zahlen. Erst vor einer knappen Woche war es den Taliban gelungen, kurzzeitig die westafghanische Provinzhauptstadt Farah einzunehmen. Dutzende Sicherheitskräfte und Zivilisten sowie Hunderte Taliban starben.

Seit einem schweren Anschlag vor der deutschen Botschaft in Kabul im Mai 2017 beschränken die deutschen Behörden die Abschiebungen auf Straftäter, terroristische Gefährder und Menschen, die „die Mitwirkung an der Identitätsfeststellung hartnäckig verweigern“. (dpa)

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