„Tu was für Europa“ : SPD-Politiker Schulz gründet Europaverein

Ziel ist es, den europäischen Gedanken im Sinne der Völkerverständigung zu stärken. Schulz' überparteiliche Initiative startet am Europatag, dem 9. Mai.

Martin Schulz sorgt sich um die Zukunft des europäischen Projekts.
Martin Schulz sorgt sich um die Zukunft des europäischen Projekts.Foto: Michael Kappeler/dpa/AFP

Der SPD-Kanzlerkandidat von 2017, Martin Schulz, setzt im Europawahlkampf mit der Gründung eines überparteilichen Europavereins eigene Akzente. Dazu will er am 9. Mai, dem Europatag, mit einer großen Auftaktveranstaltung in Berlin den Startschuss geben. „Gemeinsam mit einigen Mitstreitern habe ich eine neue proeuropäische Initiative gegründet“, heißt es in der Einladung, die dem Tagesspiegel vorliegt.

Der Verein „Tu was für Europa“, dessen Vorsitzender Schulz ist, sei eine überparteiliche Initiative, die langfristig und über die Europawahl hinaus wirken soll, um den europäischen Gedanken im Sinne der Völkerverständigung zu stärken. Bei der Auftaktveranstaltung sind unter anderem die Sängerin Joy Denalane, Schauspieler Daniel Brühl, Bahn-Chef Richard Lutz und Sterneköchin Léa Linster im Allianz-Forum am Pariser Platz dabei.

Die europapolitische Sprecherin der Grünen, Franziska Brantner, ist stellvertretende Vorsitzende des Vereins, FDP-Fraktionsvize Alexander Graf Lambsdorff, ehemaliger Vizepräsident des Europaparlaments, leitet den Beirat. Schirmherrin ist die Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU). „Unter dem Motto ,Wir dürfen Europa nicht denen überlassen, die es abschaffen wollen' rufen wir dazu auf, sich für die gemeinsamen Werte und den Zusammenhalt auf dem Kontinent zu engagieren.“, betont Schulz.

Sorge um Projekt Europa

Schulz war von 2012 bis 2017 Präsident des Europaparlaments. Mit ihm als Spitzenkandidat holte die SPD bei der Europawahl 2014 insgesamt 27,3 Prozent. Zwar absolviert er auch in diesem Jahr viele Wahlkampfauftritte für die SPD, aber die Parteispitze bestreitet die großen Termine ohne Schulz und setzt voll auf die aktuelle Spitzenkandidatin Katarina Barley.

Schulz fürchtet sich seit langem um die Zukunft des europäischen Projekts, vermisst klare Antworten der Bundesregierung auf die Reformvorschläge des französischen Präsidenten Emmanuel Macron und fordert mehr klare Kante gegen Populismus und Nationalismus. Er hat immer noch ein großes Netzwerk und viele persönliche Kontakte zu Staats- und Regierungschefs. Mit dem Verein will er den Einsatz für Europa auch jenseits des Wahlkampfes intensivieren.

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