• Umfragen nach Halle-Attentat: AfD verliert leicht Wählerstimmen – Stammwähler unbeirrt

Umfragen nach Halle-Attentat : AfD verliert leicht Wählerstimmen – Stammwähler unbeirrt

Wie würden Wähler nach dem Anschlag in Halle abstimmen? Zwei Sonntagstrends zeigen, dass die Tat in der Wählergunst kaum Spuren hinterlässt.

Ein Wähler wirft seinen Stimmzettel ein (Symbolbild).
Ein Wähler wirft seinen Stimmzettel ein (Symbolbild).Foto: Michael Kappeler/dpa

Nach dem Anschlag in Halle büßt die AfD einer Umfrage zufolge an Wählergunst ein. Wie RTL/n-tv am Samstag mitteilte, sei bei der Erhebung der Daten durch das Meinungsforschungsinstitut forsa eine entsprechende Entwicklung zu beobachten gewesen.

Hätten sich von Montag bis Mittwoch noch 13 Prozent für die AfD ausgesprochen, seien es nach dem Anschlag am Donnerstag und Freitag nur noch elf Prozent gewesen. Im Durchschnitt ergab sich ein Wert von zwölf Prozent, ein Punkt weniger als in der Vorwoche. CDU/CSU verloren einen Prozentpunkt auf 27 Prozent, Grüne und Linke gewannen einen Punkt hinzu und kamen auf 23 beziehungsweise acht Prozent. Die SPD lag unverändert bei 14 und die FDP bei acht Prozent.
Wie aus der Umfrage weiter hervorgeht, sind 90 Prozent der Befragten ohne AfD-Präferenz nach dem Anschlag in Halle davon überzeugt, dass die AfD durch ihr Auftreten und ihre Wortwahl rechtsextremen Gewalttaten einen geistigen Nährboden bereite.

Von den Anhängern der AfD sehe allerdings niemand eine Verantwortung der Partei. Der Kern der AfD-Anhänger lasse sich auch durch Gewalttaten wie in Halle nicht beirren, sondern stehe treu zur Partei, sagte forsa-Chef Manfred Güllner.

Emnid-Sonntagstrend: SPD hinter AfD

Der mutmaßliche Täter von Halle hatte am Freitag den Ermittlern zufolge nicht nur die Tat, sondern auch ein antisemitisches und rechtsextremistisches Motiv eingeräumt. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm zweifachen Mord sowie Mordversuch in neun Fällen vor bei dem Anschlag auf die Synagoge in Halle sowie einen Dönerimbiss in der Nähe am Mittwoch.

Im Sonntagstrend, den das Meinungsforschungsinstitut Emnid wöchentlich für die „Bild am Sonntag“ erhebt, verliert die SPD einen Prozentpunkt und kommt nur noch auf 14 Prozent. Damit ist die SPD erstmals seit dem 3. August wieder hinter die AfD gerutscht. Die AfD erhält wie in der Vorwoche 15 Prozent. Die Union gewinnt einen Prozentpunkt hinzu und erreicht 28 Prozent.

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Auf Platz zwei folgen die Grünen, die sich in der fünften Woche in Folge bei 21 Prozent behaupten. Die FDP büßt einen Prozentpunkt ein und landet bei sieben Prozent. Keine Veränderungen gibt es bei der Linken, die weiterhin auf acht Prozent der Stimmen kommt.

Die sonstigen Parteien legen um einen Prozentpunkt zu auf sieben Prozent. Befragt wurden insgesamt 1916 Menschen.(Reuters/ AFP)

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