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Unglück bei Trauermarsch für Soleimani : Mindestens 56 Tote bei Massenpanik im Iran

Kurz vor der Beerdigung des iranischen Generals Soleimani sterben mindestens 56 Menschen bei einer Massenpanik. Mehr als 200 Personen werden verletzt.

Trauerzug für Qasem Soleimani in Kerman
Trauerzug für Qasem Soleimani in KermanFoto: Photo by Atta KENARE / AFP

Zu Beginn der Beerdigung des bei einem US-Angriff getöteten iranischen Generals Qassem Soleimani sind mindestens 56 Menschen bei einer Massenpanik ums Leben gekommen. Der halbamtlichen Nachrichtenagentur Fars zufolge wurden mehr als 200 Personen verletzt, einige von ihnen schwer. Zuvor war von mindestens 30 Toten und 190 Verletzten die Rede gewesen.

„Unglücklicherweise wurden bei der Panik einige unserer Mitkämpfer verletzt, manche starben während des Trauermarschs“, zitierte die Deutsche Welle den Chef der iranischen Rettungskräfte.

In Kerman haben sich Hunderttausende Menschen zu einem Trauerzug für Soleimani versammelt. Auf einem Platz im Stadtzentrum waren zwei Särge mit den sterblichen Überresten Soleimanis und des ebenfalls getöteten Brigadegenerals Hossein Purdschafari aufgebahrt. Die Beisetzung Soleimanis wurde schließlich wegen der riesigen Menschenmenge verschoben. Es bestehe keine Möglichkeit, die Leiche zum Friedhof zu transportieren, hieß es zur Begründung. Die Behörden baten die Menschen, den Weg vom Asadi-Platz zum Friedhof freizumachen, damit die Beerdigung stattfinden kann.

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Trauerzeremonie in Soleimanis Heimatstadt vor Beisetzung
Trauerzeremonie in Soleimanis Heimatstadt vor Beisetzung

Der Kommandeur der iranischen Revolutionsgarden, Hossein Salami, drohte unterdessen den „Feinden“ des Iran mit Vergeltung. Zuvor hatte bereits der iranische Präsident Hassan Ruhani eine scharfe Warnung an die USA gerichtet. Das Parlament in Teheran stufte die US-Streitkräfte als „Terroristen“ ein.

Eine große Menschenmenge zog am Dienstagmorgen durch die Straßen von Kerman. Der Andrang in der Stadt im Südosten des Landes war ähnlich groß wie bei den vorherigen Zeremonien zu Ehren des getöteten Generals in Teheran und anderen Städten des Landes, an denen jeweils hunderttausende Menschen teilgenommen hatten.

„Der Märtyrer Kassem Soleimani ist mächtiger und lebendiger, jetzt wo er tot ist“, sagte Salami. „Der Feind hat ihn zu Unrecht getötet.“ Der Kommandeur der Revolutionsgarden kündigte in seiner Ansprache Vergeltung an. „Wir werden uns rächen“, sagte er an die „Feinde“ des Iran gerichtet. Sollte der Iran erneut angegriffen werden, „werden wir das, was sie lieben, in Brand setzen“.

Menge ruft „Tod Amerika“

Aus der Menge erschallte der Ruf „Tod Amerika“. Wegen des erwarteten Massenandrangs war der Dienstag in Kerman zum örtlichen Feiertag erklärt worden – wie zuvor schon der Montag in der Hauptstadt Teheran. Damit wollte die Regierung möglichst vielen Menschen die Möglichkeit geben, sich von dem als Märtyrer verehrten General zu verabschieden.

[Alle Entwicklungen zu der Eskalation zwischen den USA und dem Iran lesen Sie in unserem Liveblog.]

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Soleimani war in der Nacht zum Freitag von US-Drohnen in der irakischen Hauptstadt Bagdad mit einem Raketenangriff getötet worden. Die Regierung in Washington rechtfertigte den Luftschlag damit, dass der Chef der Al-Kuds-Einheiten folgenschwere Angriffe auf US-Bürger geplant habe. Soleimani war der wichtigste Vertreter der iranischen Streitkräfte im Ausland und galt als Architekt der iranischen Militärstrategie in den Nachbarländern. (dpa,AFP,Reuters)

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