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Zu Haftstrafe verurteilt : Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck verhaftet

Die Rechtsextreme Ursula Haverbeck wurde per Haftbefehl gesucht. Sie war zu einer zweijährigen Haftstrafe verurteilt worden, aber nie im Gefängnis erschienen.

Ursula Haverbeck sitzt im Verhandlungssaal im Landgericht Detmold, Nordrhein-Westfalen.
Ursula Haverbeck sitzt im Verhandlungssaal im Landgericht Detmold, Nordrhein-Westfalen.Foto: Bernd Thissen/dpa

Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck ist in ihrem Wohnhaus in Vlotho in Ostwestfalen verhaftet und ins Gefängnis nach Bielefeld-Senne gebracht worden. Das bestätigten Polizei und Staatsanwaltschaft am Montag.

Die 89-Jährige sollte in der vergangenen Woche im Gefängnis zur Verbüßung einer Haftstrafe antreten, erschien aber nicht. Die Staatsanwaltschaft Verden hatte daraufhin einen Vollstreckungshaftbefehl erlassen. Haverbeck ist eine Symbolfigur in der rechtsextremen Szene, sie leugnet immer wieder den Holocaust.

Das Landgericht Verden hatte sie im August vergangenen Jahres wegen Volksverhetzung in acht Fällen zu einer Haftstrafe von zwei Jahren ohne Bewährung verurteilt, die Strafe ist inzwischen rechtskräftig. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft erschien Haverbeck innerhalb der ihr gesetzten Frist nicht zum Haftantritt im Gefängnis. Daraufhin erwirkte die Behörde am Sonntag einen Haftbefehl für sie.

Die Strafvollstreckung zuständige Anklagebehörde hatte mitgeteilt, dass ein amtsärztliches Gutachten die Haftfähigkeit Haverbecks bestätige. Anderslautende Angaben, die Haverbeck selbst auf ihrer Internetseite mache, seien falsch.

Die bekennende Rechtsextremistin wurde bereits diverse Male zu Geld- und Haftstrafen mit und ohne Bewährung verurteilt. Im Gefängnis saß sie bisher aber noch nicht. Das Urteil des Verdener Landgerichts war der erste Schuldspruch ohne Bewährung, der rechtskräftig wurde. Das Oberlandesgericht im niedersächsischen Celle verwarf die Revision im Februar und machte damit den Weg zur Vollstreckung frei. (dpa, AFP)

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