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Brandenburg: Gewerkschaft: Kriminalisten besser ausbilden

Frankfurt (Oder) - Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) Brandenburg fordert eine stärkere Berücksichtigung der Kriminalistik in der Ausbildung von Polizei und Justiz. Nach 20 Jahren polizeilicher Einheitsausbildung und fehlendem Direkteinstieg in die Kripo werde wieder eine berufliche Laufbahn für Kriminalisten vom ersten Tag an gebraucht, sagte der stellvertretende BDK-Landesvorsitzende Gerd-Christian Treutler am Donnerstag auf dem 7.

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Frankfurt (Oder) - Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) Brandenburg fordert eine stärkere Berücksichtigung der Kriminalistik in der Ausbildung von Polizei und Justiz. Nach 20 Jahren polizeilicher Einheitsausbildung und fehlendem Direkteinstieg in die Kripo werde wieder eine berufliche Laufbahn für Kriminalisten vom ersten Tag an gebraucht, sagte der stellvertretende BDK-Landesvorsitzende Gerd-Christian Treutler am Donnerstag auf dem 7. Landesdelegiertentag in Frankfurt (Oder). Die rund 80 Delegierten kritisierten auch den Abbau von 400 Stellen bei der Kriminalpolizei bis Ende 2009. Brandenburg sei eines der Flächenländer mit der höchsten Kriminalitätsbelastung je Einwohner, hieß es weiter.

Gewaltstraftaten, Sexualdelikte und Internetkriminalität würden seit Jahren zunehmen oder „nur scheinbar mangels ausreichender Ermittlungsintensität“ zurückgehen. Doch trotz steigender Anforderungen an die Kriminalitätsbekämpfung werde die Kriminalpolizei „systematisch entprofessionalisiert“.

Seit 1990 gibt es nach BDK-Angaben in Brandenburg keine Ausbildung von Kriminalisten, seit zehn Jahren keinen Direkteinstieg in die Kripo nach der Ausbildung. Künftige Kripo-Beamte müssten erst in Bereitschafts- und Schutzpolizei Dienst tun. Die Fortbildungsangebote seien unzureichend. Brandenburgs Generalstaatsanwalt Erardo Rautenberg hatte zuvor auf einer BDK-Fachtagung gesagt, ohne eine professionelle Kriminalpolizei könne auch die Staatsanwaltschaft keine professionelle Arbeit leisten. Die Kriminalwissenschaften seien angesichts moderner Ermittlungsmethoden wie etwa der DNA-Analytik und der Herausforderungen durch den Missbrauch von Informations- und Kommunikationstechnologien unverzichtbar. Die Staatsanwaltschaft habe daher ein Interesse an Kriminalisten, die nach dem neuesten Stand der Wissenschaft ausgebildet sind. ddp

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