zum Hauptinhalt
Renate Bergerhoff.
© M. Thomas

Die Kunst-Vermittlerin: Auch mit 80 noch Dozentin: Renate Bergerhoff

Die 80-jährige Renate Bergerhoff hat ihr Leben der Kunst gewidmet. Auch heute begeistert die Potsdamerin ihre Mitmenschen für Kunst.

Potsdam - Der Welt der Kunst ist Renate Bergerhoff eng verbunden. So hat die Potsdamerin einst in der DDR-bekannten Reihe „Welt der Kunst“ des Henschel-Verlags drei viel beachtete Monografien über Caravaggio, Raffael und Tizian herausgegeben. „Es war toll, Lebensbilder über diese alten italienischen Maler zu schreiben“, erinnert sie sich. Aber es sei auch seltsam gewesen. „Ich durfte als DDR-Autorin die Orte der Künstler nicht besuchen.“ Sie behalf sich damit, in DDR-Museen zumindest einige Gemälde in Augenschein zu nehmen. Und schrieb die Texte so lebendig und kenntnisreich, dass wohl viele sie noch heute gern dem Bücherregal entnehmen und darin blättern.

Bergerhoff fühlt sich als Vermittlerin der Kunst

Ihr umfangreiches Wissen behält Bergerhoff, die am gestrigen Sonntag 80 Jahre alt wurde, bis heute nicht für sich. Auf zahlreichen Exkursionen und Vorträgen der Potsdamer Urania begeistert sie ihre Zuhörer. Schon als junges Mädchen hatte sie sich für Kunstgeschichte und Deutsch interessiert. Im Elternhaus in Baruth – ihr Vater war Pfarrer in der Kleinstadt – gab es eine große Bibliothek. Am liebsten blätterte Renate in den „Blauen Büchern“, in denen es Kunst zu bestaunen gab. Ihre Eltern hätten gern gesehen, wenn ihre Tochter Medizin studiert hätte. Aber sie entschied sich für die Kunstgeschichte und begann ein Studium in Greifswald. Als ihre drei Kinder zur Welt kamen, widmete sie sich voll und ganz deren Erziehung. „Dann wurde ich gebeten, an der Volkshochschule Deutschunterricht zu geben“, so Bergerhoff. Dies tut sie bis heute, mit großem Spaß. Mit den Teilnehmern besucht sie Ateliers von Malern oder Bildhauern. Renate Bergerhoff fühlt sich vor allem als Vermittlerin von Kunst.

Das Potsdam Museum wurde ab 1978 ihr Arbeitsmittelpunkt. Dort konzipierte und organisierte sie Ausstellungen. „Das waren manchmal auch Kraftakte, auch in politischer Hinsicht.“ Letztendlich hätten viele Ergebnisse sie aber glücklich gemacht.

Der Welt der Kunst weiter verbunden

Nach 1989 übernahm Bergerhoff die Leitung der kommunalen Potsdam-Galerie am Staudenhof. Nach deren Schließung 1992 und der Entlassung durch die damalige Stadtverwaltung wurde sie arbeitslos, mit ihr sechs weitere Mitarbeiter. Aber Renate Bergerhoff resignierte nicht. Sie beschäftigte sich intensiv mit dem Potsdamer Landschaftsmaler und Grafiker Otto von Kameke und wurde in der 1993 neu eröffneten Kameke-Galerie bis zu deren Schließung 1999 tätig. Und der Maler begleitete sie weiter. Sie erarbeitete ein umfangreiches Werkverzeichnis.

Ja, der Welt der Kunst, der ist und bleibt sie verbunden. 

Zur Startseite