
© Michael Kappeler/Dpa/dpa
Wegen Stromausfall in Berlin: Ausfälle bei S-Bahnen und Regiozügen – auch Potsdam betroffen
Statt S-Bahnen pendeln Busse zwischen Berlin und Potsdam – theoretisch. Der Bahnkundenverband Potsdam-Mittelmark kritisiert Informationschaos und nicht funktionierenden Ersatzverkehr.
Stand:
Wegen des großen Stromausfalls in Berlin infolge eines Brandanschlags ist auch ein Stellwerk der Bahn in Berlin Wannsee ausgefallen. Es kommt im S-Bahnverkehr und bei den Regionalzügen zwischen der Hauptstadt und Potsdam zu Ausfällen, wie eine Sprecherin der Deutschen Bahn erklärte.
Konkret betroffen sind die S1 zwischen Zehlendorf und Wannsee sowie die S7 zwischen Charlottenburg und Potsdam Hbf. Bei den Regionalbahnen sind die Linien RE1 und RE7 betroffen, sie werden umgeleitet. Für die ausfallenden S-Bahnen gibt es einen Ersatzverkehr mit Bussen.
Der Ersatzverkehr der Linie S7 zwischen Potsdam Hbf. und Grunewald über Messe Süd steuert folgende Haltestellen mit Bussen an:
- S Potsdam Hbf.: Friedrich-Engels-Straße (örtl. Bushaltestelle)
- S Babelsberg: Lutherplatz (wie Buslinie X1, 601, 693)
- S Griebnitzsee: Prof. Dr. Helmert-Str. (wie Buslinie 616, 696) -> südl. Bahnhofsseite
- S Wannsee: Kronprinzessinnenweg (wie Buslinie 118)
- S Nikolassee: Borussenstraße (wie Buslinie N18)
- S Messe Süd: Messedamm (wie Buslinie 349)
- S Grunewald: Eichkampstraße (wie Buslinie 349)
Wie lange die Ausfälle andauern, konnte die Sprecherin auch am frühen Sonntagnachmittag noch nicht sagen. Mitarbeiter der Bahn seien vor Ort und versuchen, das Stellwerk wieder ans Stromnetz zu bekommen.
Bahnkundenverband kritisiert Informationschaos
Mit Kritik meldete sich am Sonntagabend der Regionalverband Potsdam-Mittelmark des Deutschen Bahnkundenverbandes (DBV) zu Wort. Am Potsdamer Hauptbahnhof habe jeglicher Hinweis auf den genauen Abfahrtsort sowie die Fahrzeiten oder wenigstens Taktdichte des Schienenersatzverkehrs gefehlt, teilte DBV-Regionalchef Karsten Müller nach einem Vor-Ort-Besuch mit. Auch die Mitarbeitenden am Infoschalter der Deutschen Bahn hätten nicht aufklären können: „Wir wissen nicht, ob überhaupt ein Bus fährt“, habe man dort als Auskunft erhalten – im Widerspruch zu Angaben in der App. Einen Ersatzbus habe man in 20 Minuten nicht gesehen.
Gerade bei derart schweren Störungen im Betriebsablauf müssen die Fahrgastinformationen „zuverlässig und widerspruchsfrei sein“, mahnt der DBV: „Wir fordern die Verkehrsunternehmen auf, ihre Verfahren kritisch zu überprüfen und die Abläufe zu optimieren.“
Probleme schon seit Samstagabend
Schon am späten Samstagabend erlebten Fahrgäste große Probleme auf dem Weg vom Berliner Hauptbahnhof in Richtung Potsdam oder umgekehrt. „Alle RE1 und RE7 werden umgeleitet und haben zusätzlich Verspätung, S7 wurde gar nicht angezeigt. Uns blieb am Ende nur ein Uber“, berichtete eine Betroffene.
Auch am S-Bahnhof Babelsberg ging am Samstagabend nichts mehr. Fahrgäste teilten sich Taxis, um für die Weiterfahrt, unter anderem nach München, zum Berliner Hauptbahnhof zu kommen.
Seit dem frühen Samstagmorgen sind etwa 45.000 Haushalte und 2.200 Betriebe im Berliner Südwesten ohne Strom. Am Sonntagmorgen waren Teile von Lichterfelde wieder mit Strom versorgt. Bis alle wieder Strom haben, könnte es noch Tage dauern. Es wurden mehrere Notunterkünfte eingerichtet. Menschen, bei denen die Heizungen ausgefallen sind, können dort Zuflucht finden. (dpa/mit cmü/jaha/mak)
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