Sport: Belobigt und berufen
Inken Becher vom FFC Turbine Potsdam steht vor ihrem ersten WM-Qualifikationsspiel – Zietz nachnominiert
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Sie gehört zu den ganz Ruhigen in der Mannschaft – und zu den zuverlässigsten. Für Inken Becher zahlt sich dies jetzt wieder einmal aus: De Defensivspielerin des 1. FFC Turbine Potsdam wurde von DFB-Trainerin Silvia Neid für das WM-Qualifikationsspiel Deutschlands morgen in Ulm gegen die Schweiz (17 Uhr, live im ZDF) berufen. „Natürlich hat mich das sehr gefreut“, sagt die 27-Jährige, die gemeinsam mit sieben weiteren Potsdamerinnen das größte Vereinskontigent im morgigen Kader bildet. Während Becher, Nadine Angerer, Ariane Hingst, Britta Carlson, Petra Wimbersky, Conny Pohlers und Anja Mittag schon am Mittwoch nach Ulm reisten, wurde gestern auch Jennifer Zietz für Sarah Günther vom 1. FFC Frankfurt – die wegen einer Zerrung kurzfristig absagte – nachnominiert.
Inken Becher, die in der Nationalmannschaft die Position der verletzten Ex-Potsdamerin Sonja Fuss (FFC Brauweiler Pulheim) einnehmen soll, verdiente sich ihre Einladung zu ihrem ersten Weltmeisterschafts-Qualifikationsspiel („Das ist natürlich etwas Besonderes für mich.“) durch ihre guten Leistungen in dieser Saison. Silvia Neid beobachtete die Potsdamerin im DFB-Pokalspiel in Essen und im Bundesliga-Spitzenspiel beim FCR Duisburg persönlich, ihre Assistentin Ulrike Ballweg nahm die „Turbiene“ im UEFA-Cup- Heimspiel gegen Valur Reykjavik und in der Meisterschaftspartie gegen Freiburg unter die Lupe – Becher überzeugte beide. Heimtrainer Bernd Schröder, der nach wie vor sparsam lobt, spricht in höchsten Tönen von der Nationalkickerin: „Inken ist momentan in ausgezeichneter Form und eine der überragenden Abwehrspielerinnen der Liga. In unserer Abwehr ist sie, wenn sie ihre Möglichkeiten abruft, zur Zeit die wertvollste Spielerin.“
„Ich fühle mich fit und bin guter Dinge“, verkündete derweil Inken Becher in Ulm, wo sie sich mit der Nationalmannschaft auf die Partie gegen die Schweiz vorbereitet. Wobei sie davon ausgeht, morgen im Donaustadion nicht von Anfang an zu spielen. „Natürlich hoffe ich auf meinen Einsatz. Aber wenn überhaupt, dann werde ich wohl in der zweiten Halbzeit eingewechselt“, glaubt die Polizistin, die nicht zu den Stammspielerinnen des Welt- und Europameisters gehört. Während Vereinskollegin Ariane Hingst ihrem 115. Einsatz im A-Team entgegensieht und Steffi Jones vom FFC Frankfurt morgen für ihr 100. Länderspiel einen Pokal erhalten wird, blickt Inken Becher auf bisher 13 Partien im deutschen Trikot zurück. 1997 gehörte sie noch – ebenso wie „Ari“ Hingst – zur Europameister-Mannschaft, die in Norwegen den Titel gewann. Doch nach vier weiteren Spielen 1998 warf Verletzungspech die Berlinerin immer wieder zurück. Erst 2004, als sie beim FFC Turbine eine neue sportliche Heimat gefunden hatte und wieder zu Höchstleistungen geführt worden war, kehrte sie in die Nationalmannschaft zurück – ohne fortan lautstark Ansprüche anzumelden. „Silvia Neid hat mir im Sommer gesagt, das ich immer mal wieder berücksichtigt werde“, weiß sie nun. Und dass sie im Falle ihres morgigen Einsatzes links oder rechts in der Vierer-Abwehrkette ihren Platz finden soll. Bei Turbine spielt sie in der Defensive zentral, „aber mit der anderen Position habe ich keine Probleme“, meint sie.
Gegen die Schweiz, Schlusslicht der Europa-Gruppe vier, ist Titelverteidiger Deutschland – nach bisher zwei Siegen gegen Russland (5:1) und Schottland (4:0) mit 6 Punkten Tabellenzweiter hinter Russland (9) – klarer Favorit. „Natürlich ist ein Sieg für uns Pflicht“, sagt auch Inken Becher. „Aber wir dürfen den Gegner nicht auf die leichte Schulter nehmen.“
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