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Olympische Vorfreude. Laura Lindemann soll in Rio an den Start gehen.
©  privat

Triathlon in Potsdam: Dicht vor der Erfüllung des Traums

Die Potsdamer Sportschülerin Laura Lindemann wurde von der Deutschen Triathlon Union für einen Start bei den Olympischen Spielen vorgeschlagen. Eine Teilnahme in Rio wäre der nächste Höhepunkt in ihrer steil verlaufenden Karriereentwicklung.

Von Tobias Gutsche

Ihre Freudebekundung auf der Internetplattform Facebook untermalte Laura Lindemann mit einem Foto. Es zeigt sie grinsend vor der betongrauen Wandverzierung am Stadion Luftschiffhafen, den linken Zeigefinger richtet sie auf die olympischen Ringe, die über ihrem Kopf prangen. „Ich bin so glücklich – so dicht davor, meinen Traum zu erfüllen“, schrieb die Potsdamerin in Reaktion darauf, dass sie von der Deutschen Triathlon Union (DTU) für einen Start bei Olympia 2016 vorgeschlagen wurde. Nun muss der Deutsche Olympische Sportbund die Nominierung nur noch offiziell bestätigen, womit gerechnet werden darf.

Während sich Anne Haug (Saarbrücken) als Einzige aus dem deutschen Triathlon-Team durch Erfüllung der Nominierungskriterien für Rio qualifiziert hat, möchte die DTU neben Lindemann auch Anja Knapp (Dettingen) sowie den Ex-Potsdamer Gregor Buchholz (Wiesbaden) und Steffen Justus (Saarlouis) ins Olympia-Rennen schicken, um die fünf zur Verfügung stehenden Quotenplätze voll auszuschöpfen. Zur Entscheidung bei den Frauen erklärte Reinhold Häußlein, DTU-Vizepräsident Leistungssport: „Für uns geht es in Rio darum, dass Anne in der Spitzengruppe vom Rad steigen kann. Somit ist es elementar, dass sie bei Verpassen der ersten Schwimmgruppe von ihren Teamkolleginnen unterstützt werden kann. Mit Anja Knapp und Laura Lindemann haben wir daher die stärksten Schwimmerinnen für Rio vorgeschlagen, um teamtaktisch variabel zu bleiben.“

Erst im Jahr 2012 kam Lindemann zum Triathlon

Lindemann vorzuschlagen, dürfte zugleich auch eine Wertschätzung für deren bisher steil verlaufende Karriereentwicklung sein. Ihr ausdrücklicher Dank, wie sie bei Facebook schrieb, gilt dabei Ron Schmidt. Er trainiert die gebürtige Berlinerin, seitdem ihr im Jahr 2012 an der Sportschule Potsdam keine Perspektive mehr im Schwimmen attestiert worden war und sie daraufhin zum Triathlon ging. Ein Jahr nach dem Wechsel holte Laura Lindemann dann bereits Silber und Bronze bei der Europa- beziehungsweise Weltmeisterschaft der Juniorinnen, es folgten zwei Saisons mit jeweils Gold in den Juniorinnen-Rennen der EM und WM.

Und nun ist Deutschlands Nachwuchssportlerin des Jahres 2015 längst auch bei den Erwachsenen eine Größe. Vor allem im nationalen Vergleich. Vergangene Saison wurde sie beispielsweise deutsche Meisterin auf der Sprintdistanz. Am kommenden Sonntag wird sie daher beim Championat in Düsseldorf, das zugleich ein Rennen im Rahmen der Bundesligaserie ist, als Titelverteidigerin antreten – an ihrem 20. Geburtstag.

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