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Landeshauptstadt: Ein Arzt und Gärtner, der in sich ruhte Familie Joop trauert um Erhard-Günter Metz

Bornstedt - Sie nahmen dort Abschied von ihm, wo er seine Zeit wohl am liebsten verbrachte. Im weitläufigen Garten des Hauses Joop-Metz in der Ribbeckstraße fand am Montagmittag die Trauerfeier für Erhard-Günter Metz statt.

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Bornstedt - Sie nahmen dort Abschied von ihm, wo er seine Zeit wohl am liebsten verbrachte. Im weitläufigen Garten des Hauses Joop-Metz in der Ribbeckstraße fand am Montagmittag die Trauerfeier für Erhard-Günter Metz statt. Einen Mann, den es nie in die Öffentlichkeit drängte, auch wenn seine Familie oft im Fokus stand: Der Arzt für Innere Medizin, der zunächst Gärtner geworden war, war mit Karin Joop-Metz verheiratet, der ehemaligen Ehefrau des Potsdamer Modeschöpfers Wolfgang Joop. Metz war am 7. Mai im Alter von 75 Jahren einem Krebsleiden erlegen.

In Trauer vereint zeigte sich die Familie Joop-Metz: Sie gestaltete eine emotionale, liebevolle Trauerfeier, auch Wolfgang Joop wohnte ihr bei, sichtlich mitgenommen. Jette und Florentine Joop, die Töchter von Wolfgang und Karin Joop, traten gemeinsam vor die Trauergäste und würdigten ihren Stiefvater. Florentine Joop erinnerte sich, dass sie es war, die Metz als Kind, als „der große Mann“ in ihr Leben trat, den Kosenamen „Gü-Gü“ verlieh. Er blieb ihm erhalten, bis zum Schluss.

Metz engagierte sich vielfach für das „Italienische Dorf Bornstedt“ und den Bornstedter Friedhof, auf dem er am Montag beigesetzt wurde. Vier Jahre war er zweiter Vorsitzender der „Freunde des Bornstedter Friedhofs“; er sei ein „Mann der Tat“ gewesen, habe immer selbst mit angepackt, würdigte der Verein. Freunde und Wegbegleiter beschrieben Metz, der Mitte der 1980er-Jahre aus der DDR in den Westen übersiedelte, als hervorragenden Arzt und Kämpfer im besten Sinne. In Bornstedt setzte er sich für die Bewahrung des „Italienischen Dorfs“ ein, protestierte gegen Busverkehr zum Krongut, gegen massive Neubauten in unmittelbarer Nähe des Welterbes.

Ruppig trat Metz dabei nie auf: Er sei ein Meister der Worte gewesen, vollendet in Stil und zurückhaltender Eleganz. Freunden habe er immer geholfen. Selbst aus dem Krankenhauszimmer heraus, das er so verabscheute. S. Schicketanz

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