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In Trümmern. In der Potsdamer Bombennacht vom 14. April 1945 wurden große Teile der Innenstadt zerstört.
© Alexander Schittko/Potsdam Museum; Alter Markt 1946

Erinnerung an die „Nacht von Potsdam“: Gedenken, Geläut und Konzert am Alten Markt

Fast 1600 Menschen kamen in der Nacht des 14. April 1945 ums Leben. Die Bilder des Krieges in der Ukraine verleihen dem Gedenken eine außerordentliche Aktualität.

Potsdam - In der Nacht des 14. April 1945 wurden binnen 36 Minuten weite Teile der Potsdamer Innenstadt durch einen Luftangriff der britischen Royal Air Force zerstört. Fast 1600 Menschen kamen dabei ums Leben. Die sogenannte Nacht von Potsdam gilt als eine der größten Zäsuren in der Stadtgeschichte. Das Potsdam Museum erinnert am Donnerstag an den 77. Jahrestag dieses Luftangriffs in einer Gedenkveranstaltung.

Die gegenwärtigen Bilder des Krieges in der Ukraine dürften dem Gedenken eine außerordentliche Aktualität verleihen. Die in Kooperation mit dem Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw) organisierte Veranstaltung im Potsdam Museum beginnt um 20.30 Uhr, mit einem Grußwort von Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD). Die Historikerin Helene Heldt vom ZMSBw, die seit mehreren Jahren zur Militärgeschichte Potsdams im 20. Jahrhundert forscht, wird im Anschluss die historischen Ereignisse einordnen. 

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In einem Gespräch mit der Wissenschaftlerin sowie der Zeitzeugin Gisela Hahn und Schubert soll die „Nacht von Potsdam“ aus persönlichen, historischen und stadtgesellschaftlichen Blickwinkeln betrachtet werden. Gisela Hahn erlebte die Bombardierungen als Kind im Keller ihres Elternhauses Am Neuen Markt 6 in der Potsdamer Mitte.

Im Anschluss an die Veranstaltung erinnert um 22.15 Uhr das Glockengeläut von Nikolai-, Friedens- und Erlöserkirche an den um jene Uhrzeit ausgelösten Fliegeralarm vor 77 Jahren. Obwohl der Angriff der britischen Air Force bereits gegen 23 Uhr wieder vorüber war, waren die Schäden in der Stadt verheerend.

Auch Musikerinnen aus der Ukraine wurden eingeladen

In der Nikolaikirche wird am 14. April zudem bereits um 19 Uhr das Potsdam Requiem von Nikolaikantor Björn O. Wiede aufgeführt. Auch das Oratorium ist der Erinnerung an die Zerstörung der Stadt 1945 gewidmet. Es ist die fünfte Aufführung des Requiems, uraufgeführt wurde es 2013. Die Veranstaltung stehe unter dem Eindruck des Krieges in der Ukraine, heißt es in der Einladung. Die Folgen von Krieg und Vertreibung, Zerstörung und Tötung sollen in dem teils szenisch verwirklichten Oratorium thematisiert werden.

Sieben Musikerinnen aus der Ukraine sind eingeladen worden, an dem Konzert mitzuwirken, darunter die Sopranistin Alisa Razmolodina (Sängerin am Opernhaus Charkiv) und die Organistin Nadiya Velychko aus Lemberg. Außerdem beteiligt sein werden Altus Matthias Lucht, Sopranistin Anne Schneider sowie Harald Geywitz als Sprecher und Georg Raphael am Saxophon. Es musizieren der Nikolaichor Potsdam und Mitglieder der Neuen Potsdamer Hofkapelle unter der Leitung von Björn O. Wiede. Der Eintritt zu der 3G-Veranstaltung ist frei. 

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