Sport: Höhenflüge im Konsumtempel
Im Potsdamer Stern-Center nun zum sechsten Mal Stabhochsprung-Meeting mit internationalen Stars
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Im Potsdamer Stern-Center nun zum sechsten Mal Stabhochsprung-Meeting mit internationalen Stars Von Henner Mallwitz Die 6. Auflage des Stabhochsprung-Meetings des SC Potsdam im Stern-Center ist von Donnerstag bis Sonnabend abermals ein Stelldichein namhafter internationaler Asse. Auf einen hat SC-Chef Peter Rieger nach reiflicher Überlegung nun jedoch verzichtet: Weltmeister Giuseppe Gibilisco aus Italien, der im vergangenen Jahr 5,85 Meter übersprungen hatte, wird nicht starten. „Er kann in diesem Jahr einfach noch keine Ergebnisse vorweisen“, begründet Rieger den Schritt. „Aus dem Training heraus könnte er sicherlich auch keine großen Leistungen bringen. Andererseits wäre seine Verpflichtung natürlich auch mit einem ziemlich hohen Kostenaufwand verbunden gewesen.“ Bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen kam Gibilisco auf den dritten Rang. Dafür kommt mit Igor Pavlov der Hallenweltmeister von 2004 nach Potsdam. Für den Titel übersprang der Russe 5,80 Meter, bei Olympia in Athen kam er jedoch nur auf den undankbaren vierten Platz. Der Bulgare Spas Bukhalov – er überwandt im vergangenen Jahr 5,70 Meter – wird dem Meeting im Stern- Center ebenfalls fern bleiben müssen, da er bei einem internationalen Wettbewerb für sein Heimatland starten muss. Neu verpflichtet werden konnte hingegen der britische Stabhochspringer Nick Buckfield: Beim Cottbuser Stabhochsprung-Meeting im vergangenen Jahr hatte er sich schwer verletzt, als er bei einer Höhe von 5,80 Metern in der Luft auf das senkrecht stehende Stabende prallte. Seine Olympiateilnahme war später jedoch nicht gefährdet. In Potsdam trifft er unter anderem auch auf den Ukrainer Dennis Yurchenko, der in der vergangenen Woche das 3. Springermeeting in Cottbus mit 5,80 Meter für sich entschied (PNN berichteten). Im vergangenen Jahr konnte sich Yurchenko über den dritten Platz bei den Hallen- Weltmeisterschaften freuen, bei den Olympischen Spielen 2004 belegte er den neunten Rang. Während seine Jahresbestleistung in der vergangenen Saison 5,70 Meter betrug, steht der Ukrainer in der Weltbestenliste 2005 mit übersprungenen 5,80 Meter auf dem vierten Platz. Er kam bereits gestern in Potsdam an und bezog ein Zimmer im Ascot-Bristol-Hotel. Mit Richard Spiegelburg (5,80 m), Fabian Schulze (5,70), Michael Stolle (5,60) und Richard Möck (5,60) gehen vier deutsche Athleten an den Start. „Ihre Leistungen sind diesmal jedoch nur schwer einzuschätzen“, sagt Peter Rieger, der auch die Absage Tim Lobingers hinnehmen musste. Der „Paradiesvogel“ unter den Stabhochspringern hatte es vorgezogen, an einem anderen Turnier teilzunehmen. „Damit“, so der SC-Chef, „zerstört er bestimmt für viele Potsdamer Fans sein Image.“ Im Feld der Frauen dürften die größten Erwartungen auf Anna Rogoska liegen. Die Polin übersprang in der laufenden Hallensaison bereits 4,71 m und wurde Dritte der Olympischen Spiele. Auch Pawla Hamackova tritt an: Die tschechische Olympiateilnehmerin sprang 2003 mit 4,57 m den Meeting-Rekord im Stern-Center und wurde im Jahr zuvor Hallen-Weltmeisterin. Aber auch die Vorjahresbestleistungen von Marry Sauer aus den USA (4,57) sowie der Ungarinnen Krisztina Molnar (4,53) und Szusa Szabo (4,51) sind beachtlich und lassen für Freitag einiges hoffen. Aus deutscher Sicht gehen Floe Künert (4,40), Marina Strutz (4,30) und Sabine Schulte (4,30) an den Start. Für alle Athleten geht es beim Meeting gleichzeitig um die Erfüllung der EM-Normen – 4,30 m für die Frauen und 5,70 m für die Männer. Dass das Stern-Center dafür ein bestens geeignetes Pflaster ist, zeigte sich bereits in den Vorjahren, als mehrere Athleten ihre Landesrekorde einstellten. Das sollte auch diesmal auf der hochmodernen Anlage möglich sein: Morgen wird sie nochmals überprüft und anschließend technisch abgenommen. Wer sich erstmals in dieser anspruchsvollen Sportart versuchen will, hat dazu am Donnerstag ab 14 Uhr Gelegenheit: Beim Jedermann-Springen vermitteln SC-Athleten Grundbegriffe und weisen in die Technik ein. Am Rande wird zudem die SC Potsdam-Card präsentiert. Mit ihr werden in mehr als 60 Geschäften und Dienstleistungseinrichtungen in Potsdam und Umgebung Rabatte gewährt. Mit ihrem Erwerb wird gleichzeitig die Jugendarbeit im größten brandenburgischen Sportverein unterstützt.
Henner Mallwitz
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