
© Andreas Klaer/Andreas Klaer
Tragischer Böller-Unfall in Potsdam: Mehr als 14.000 Euro für Familie des schwer verletzten Jungen gespendet
Für die Familie des durch einen Böller schwer verletzten Zwölfjährigen haben mehr als 500 Menschen gespendet. Die Stadt bietet Augenzeugen und Ersthelfern Unterstützung an.
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Anteilnahme und Spendenbereitschaft sind groß: Dem Spendenaufruf des Sportvereins Fortuna Babelsberg für den in Potsdam am Neujahrstag durch eine Böller-Explosion schwer verletzten Zwölfjährigen sind bereits mehr als 500 Menschen gefolgt. Insgesamt wurden bis zum 9. Januar mehr als 14.000 Euro gespendet.
Etliche verbanden ihre Spende über den Dienst Paypal mit guten Wünschen. „Toi toi und alles erdenklich Gute für den Jungen. Sei stark und kämpfe“, heißt es von einem Spender. „Alles, alles Gute für dich. Du schaffst das!“, schreibt ein anderer. „Viel Kraft für Euch“, wünscht eine Spenderin. „Gute Besserung und viel Kraft und Ausdauer für den langwierigen Heilungsprozess. Alles Gute!“, eine andere.
Wie berichtet war der Junge am Nachmittag des Neujahrstages auf einem Sportplatz in der Ziolkowskistraße bei der Explosion eines Böllers schwer verletzt worden. Er wurde zur Behandlung ins Berliner Unfallkrankenhaus (UKB) geflogen, wo er notoperiert wurde. Die Mediziner dort äußerten aufgrund der Schwere der Verletzungen den Verdacht, es könne sich um eine sogenannte Kugelbombe gehandelt haben. Diese Feuerwerkskörper der Stufe F4 dürfen in Deutschland nur von entsprechend geschulten Pyrotechnikern gehandhabt werden.
Notfallseelsorge und Unfallkasse bieten Unterstützung
Der Junge hatte nach ersten Erkenntnissen der Polizei an einem Sportplatz in der Ziolkowskistraße einen „apfelsinengroßen Gegenstand“ gefunden und angezündet. Bei der sofortigen Explosion wurde er schwer verletzt, verlor nach Angaben des Unfallkrankenhauses Berlin unter anderem alle Finger der rechten Hand.
Eine Anfrage der Potsdamer Neuesten Nachrichten (PNN) zum Gesundheitszustand des Jungen und zu einer Prognose, wie lange er in Behandlung bleiben wird, ließ das UKB bislang offen. Die Polizeidirektion West konnte auf Anfrage noch keine neueren Erkenntnisse teilen. Die am Explosionsort gefundenen Reste des Feuerwerkskörpers würden kriminaltechnisch ausgewertet, „was erfahrungsgemäß auch etwas Zeit in Anspruch nehmen wird“, erklärte ein Sprecher.
Wie die Stadt auf PNN-Anfrage mitteilte, haben sich die Rettungskräfte direkt nach dem Einsatz mit den Ersthelfenden und weiteren Augenzeugen wie dem 13-jährigen Begleiter des Jungen im naheliegenden Sportlerheim ausgetauscht und seelsorgerische Betreuung angeboten. Das sei zunächst nicht in Anspruch genommen worden. „Dieses Angebot gilt weiterhin und kann über die Regionalleitstelle angefordert werden“, erklärte die Stadtsprecherin.
Die Notfallseelsorge ist im Land Brandenburg sei ehrenamtlich jeden Tag erreichbar, hieß es weiter. Für Betroffene halte auch die Unfallkasse Brandenburg ein ebenfalls kostenfreies Angebot bereit, wenn der Bedarf besteht.
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