Sport: Raus aus dem Schatten der Männer
Neuer Frauen-Radprofirennstall in Fichtenwalde gegründet
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Wenn die neue Radsportsaison startet, wird die Szene um einen Frauen-Radprofi-Rennstall reicher sein: Im Berliner Estrel Convention Center an der Sonnenallee präsentierte sich am Sonnabend das Team „Getränke Hoffmann“ – neben dem „Team Nürnberger“ das nunmehr zweite Profifrauenteam in Deutschland. Zwar treten auch für „T-Mobile“ Fahrerinnen in die Pedalen, das Team ist jedoch nicht in Deutschland registriert.
Insgesamt zählen 15 Fahrerinnen zu dem neuen Team – unter ihnen erfahrene Athletinnen wie Theresa Senff, die in diesem Jahr neben vorderen Plätzen bei Weltcup-Rennen in Belgien und Spanien den 15. Platz bei der Straßen-Weltmeisterschaft belegte. Aber auch auf solch ambitionierte Fahrerinnen wie Angela Brodtka, Tina Liebig, die Deutsche Cross-Vizemeisterin Birgit Hollmann oder Natalie Bates aus Australien werden die Hoffnungen gesetzt. „Die Professionalisierung im Frauenradsport geht in Deutschland einen großen Schritt weiter“, sagte Torsten Wittig, Sportlicher Leiter des Teams, das seinen offiziellen Sitz im brandenburgischen Fichtenwalde, wo derzeit ein Mannschaftsquartier entsteht, haben wird.
„Wir engagieren uns schon seit vielen Jahren im Radsport im Rahmen des Berliner Sechs-Tage-Rennens“, sagte Benedikt Voigt, Geschäftsführer von „Getränke Hoffmann“. „Mit der Unterstützung eines zweiten deutschen Frauenteams gehen wir einen Schritt weiter. In Deutschland schlummern Riesentalente, und die wollen wir fördern.“
Cheftrainer Torsten Wittig – er war früher Trainer und Ehemann von Hanka Kupfernagel – hat sich hohe Ziele gesetzt: Er peilt bereits bei den Weltcuprennen und zur Weltmeisterschaft im Querfeldein im Januar 2007 Medaillenränge an. „Zur WM in Stuttgart im September nächsten Jahres möchten wir aus dem Team vier Starterinnen qualifizieren“, sagt der einstige Nationalfahrer. „Außerdem wollen wir die jungen Nachwuchsfahrerinnen in der gemeinsamen Arbeit mit den etablierten Sportlerinnen an die Weltspitze heranführen.“ Und natürlich solle auch die Position des neuen Teams in der Weltrangliste weiter verbessert werden. Henner Mallwitz
Henner Mallwitz
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