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ATLAS: Schrille Töne

Die Töne werden schriller. Mit Flugblättern will die Potsdamer SPD nun den Nachweis führen, dass ihre Konkurrenz von der Linken ein zweifelhaftes Verständnis vom Rechtsstaat hat.

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Die Töne werden schriller. Mit Flugblättern will die Potsdamer SPD nun den Nachweis führen, dass ihre Konkurrenz von der Linken ein zweifelhaftes Verständnis vom Rechtsstaat hat. Damit dürfte die Erregung knapp zwei Wochen vor der Kommunalwahl ihren vorläufigen Höhepunkt erreichen. Das Kalkül der SPD ist einfach: Sie will, dass sich das traditionell ältere Wählerklientel der Linken verschreckt abwendet, wenn Vertreter der Partei sich öffentlich nicht klar von illegaler Graffiti distanzieren. Der Grund dafür ist einfach: Die Linke hat in diesem Wahlkampf offenbar nach weiteren Stimmen gesucht. Anträge wie etwa zum Spartacus-Jugendhaus zielten auf junge, linksalternative Wähler, die sich bisher bei der Fraktion Die Andere ganz wohl fühlen. Doch ob diese wirklich zur Linken kommen, ist fraglich; ähnlich fragil ist der SPD-Wunsch, die Linken-Wähler zu verwirren. Auffällig ist aber, dass sich keine andere Partei in den Zweikampf einmischen mag. Selbst die CDU nicht, die sich sonst gern als Anti-Graffiti-Streitmacht profiliert. Wahrscheinlich hoffen die anderen Parteien, dass sich SPD und Linke so zerfleddern, dass die Potsdamer der Streithähne schließlich überdrüssig werden und am Ende beide Gegner Wählerstimmen an die Schweigenden verlieren.

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