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Der Keller der Synagoge in der Schloßstraße ist bereits fertig.
© Andreas Klaer

Jüdisches Leben in Postdam: Synagogenbau kommt schneller voran als geplant

Nach der Grundsteinlegung im November ist jetzt das Kellergeschoss fertig, auch das jüdische Tauchbad wurde eingebaut. Das Richtfest ist für den Herbst geplant.

Von Matthias Matern

Potsdam - Der Bau der neuen Synagoge in der Schloßstraße kommt schneller voran als geplant. Nach der Grundsteinlegung im vergangenen November ist das Kellergeschoss fertig, wie Brandenburgs Kulturministerium am Montag bekannt gab. Das Synagogen- und Gemeindezentrum entsteht in Kooperation der Landesregierung mit der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST). Im Keller wurde bereits das Mikwe-Becken, das jüdische Tauchbad, eingebaut. 

„Im Sommer 2021 haben wir mit der ZWST die Vereinbarung für den Bau eines Synagogen- und Gemeindezentrums unterzeichnet, im November haben wir den Grundstein gelegt – und jetzt ist bereits der Keller fertig“, sagte Kulturministerin Manja Schüle (SPD) am Montag. „Ich freue mich schon auf das Richtfest im Herbst.“ 

Land finanziert den Bau mit mehr als 13 Millionen Euro

Grundlage für den Bau ist der Entwurf des Berliner Architekten Jost Haberland. Das Land finanziert den Bau mit rund 13,7 Millionen Euro. Die Aufgabe sei sehr anspruchsvoll, erklärte Gerit Fischer, Technische Geschäftsführerin des Landesbetriebs für Liegenschaften und Bauen. Auf einem kleinen zentralen innerstädtischen Grundstück müsse ein Gebäude mit hohen Sicherheitsanforderungen errichtet werden. „Wir sind sehr stolz, dass die von uns koordinierten Bauarbeiten aktuell sogar vor dem Zeitplan liegen und es bisher keine Verzögerungen durch die Omikron-Variante des Corona-Virus gab.“

Potsdams Gemeinde- und Synagogenzentrum ist ein Entwurf des Berliner Architekten Jost Haberland.
Potsdams Gemeinde- und Synagogenzentrum ist ein Entwurf des Berliner Architekten Jost Haberland.
© Visualisierung Jost Haberland Architekt

Schüle bezeichnete das Projekt als sichtbares Symbol dafür, dass jüdisches Leben in Potsdam wieder an seinem angestammten Platz präsent sei. ZWST-Präsident Abraham Lehrer würdigte die „gute Zusammenarbeit und zielorientierte Arbeit“ aller beteiligten staatlichen Einrichtungen und am Bau beteiligten Firmen.

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Lehrer betonte, die Zentralwohlfahrtsstelle übernehme als Treuhänderin für die ersten Jahre die Trägerschaft über das Zentrum. Sie stehe bereits im Austausch mit den örtlichen jüdischen Gemeinden, damit das Zentrum für alle Jüdinnen und Juden in Potsdam zur Heimat werde. Viele Aktivitäten seien bereits vorgesehen und können im neu gestalteten Gemeindezentrum realisiert werden. „Die Synagoge und das Gemeindezentrum werden das jüdische Leben in Potsdam und im Land Brandenburg vielfältig stärken“, sagte der ZWST-Präsident.

Bau der Synagoge seit 2010 geplant

Laut Kulturministerium soll nach drei Jahren der Landesverband der jüdischen Gemeinden Land Brandenburg das Synagogen- und Gemeindezentrum als Träger übernehmen. Das Land unterstützt den Betrieb des Synagogenzentrums künftig mit jährlich bis zu 650 000 Euro.

Der Bau der Synagoge ist bereits seit 2010 geplant. Während der Planung kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen der verschiedenen jüdischen Gemeinden. In Potsdam gibt es mindestens fünf kleine jüdische Gemeinden. (mit KNA)

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